Mein Körper und Ich

Man looking with binoculars

Ein ICH oder MICH gibt es nur, weil es einen Körper gibt. Mit dem Körper wird mein ICH nach außen hin sichtbar, für andere. Ich werde körperlich berührbar und kann mit meinem Umfeld in körperlichen Kontakt treten. Ich bin in Form.

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„Alle Körper sind entweder in Bewegung oder in Ruhe.“

Spinoza

Der Körper ist ein Baustein der Trinität Körper-Geist-Seele. Er ist der sichtbare und greifbare Teil.

Was ein Körper genau ist, beantworten ein Biologe, ein Physiker, ein Mediziner, ein Mathematiker oder ein Philosoph vermutlich recht unterschiedlich.

Wenn wir jedoch von Körper-Geist-Seele reden, dann geht es um den Menschen. Und hier ist der Körper (lat. corpus) die äußere Erscheinung oder das materielle Sein. Es ist der materielle Teil: wirklich, real, anfassbar, sichtbar beweglich, verletzbar und veränderlich, nach außen hin abgegrenzt.

„Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.“

Christian Morgenstern

Ein menschlicher Körper kann mit Leben gefüllt sein oder nicht. Das Leben endet mit einem toten Körper, der wieder zu Erde zerfällt.

„Physis“ ist ein Begriff, den ich im täglichen Sprachgebrauch so gut wie nie höre, der jedoch auch für Körper oder körperliche Beschaffenheit steht. Genauso wie das Wort „Leib“, das den lebendigen Körper meint. Heute sagen wir „Sport“, aber früher hieß es „Leibesübungen“. Vielleicht kennst Du auch den Begriff „Leibesfrucht“ für einen Embryo (lat. „nasciturus“ bzw. „der, der geboren werden wird“).

Der Begriff „Physis“ findet sich auch in der Bezeichnung „Physiotherapie“ wieder, die die meisten wohl kennen. Die brauchen wir immer dann, wenn der Körper in irgendeiner Art und Weise „gestört“ ist.

Wenn ein Körper Materie ist, aus welcher Materie besteht dann der Mensch?

Er besteht aus Zellen.

Es ist unglaublich, aber der Mensch entsteht aus einer einzigen Zelle, aus einer befruchteten Eizelle. Aus dieser Zelle erwächst ein ganzer Körper. Wir wachsen durch Zellteilung, und so besteht ein Mensch irgendwann aus Billionen von Zellen. Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber für mich fühlen sich Zellen wenig greifbar an. Wenn wir aus Zellen geformt sind, dann bestehen auch unsere Organe und unser Gewebe aus Zellen. Die Haut ist ein Organ, und wenn wir Haut denken, dann werden die Dinge wieder greifbar.

Schau Dir so eine Elefantenhaut einmal an, denn alle Lebewesen bestehen aus Zellen:

Elefantenhaut, Elephant skin
Bild von Herbert Bieser auf Pixabay

Weil wir nur einen einzigen physischen Körper haben und diesen nicht austauschen können, sollten wir versuchen, ihn möglichst lange gesund zu erhalten, mit körperlicher Bewegung und gesunder Ernährung.

„Take care of your body.
It’s the only place you have to live.“

Jim Rohn

Wenn es um körperliche Fitness geht, dann sind vor allem 4 Dinge wichtig:

  • Kraft
    kräftigt die Muskulatur und unterstützt eine gute Körperhaltung
  • Ausdauer
    stärkt das Herz-Kreislauf-System
  • Flexibilität
    damit wir uns in alle Richtungen bewegen können
  • Gleichgewicht
    damit wir einen guten und sicheren Stand haben, vor allem im Alter
Postures
iStock ID 507275688

Körperliche Bewegung braucht auch einen Ausgleich. Wir erinnern uns an das Yin-und-Yang-Symbol. Körperliche Bewegung ist Yang und damit Aktivität. Bleibt noch Yin, der passive Teil. Der Mensch braucht Bewegung und Ruhe.

Im Yoga (dies sei nur als Beispiel zur Veranschaulichung genannt) finden wir beides: mit dem „Power-Yoga“ das Yang und mit „Yin-Yoga“ das Yin. Oft denken wir, wir bräuchten uns nur richtig körperlich anzustrengen, uns auszupowern. Wir haben erst dann das Gefühl, etwas geleistet zu haben, wenn wir schwitzen. Vergessen wir nicht, dass die Phasen der Ruhe genauso wichtig sind. Es ist stets An-spannung (Yang) und Ent-spannung (Yin).

Nicht jedem Menschen fallen Phasen der Ruhe, des Nichts-Tuns leicht. Manchmal muss man auch „Ruhe“ trainieren, was gerade für sehr aktive Menschen eine große Herausforderung ist. Bewegung „muss man“, denn „sich bewegen bringt Segen“ oder „wer rastet, der rostet“, so heißt es. Für Ruhe allerdings braucht es oft einen Grund oder eine Rechtfertigung, so scheint es; man „muss sie sich erlauben“.

Kennst Du das auch, dass es Übungen gibt, die einem leichter fallen oder die wir lieber machen? Jedoch ist es oft gerade das, was wir nicht gerne machen oder noch nicht besonders gut können, das besonders wichtig für uns ist. Darauf sollten wir hin und wieder unseren Fokus lenken, auch wenn es schwerfällt.

Und nun noch ein Abstecher in die Astrologie:

In der Astrologie entspricht der Körper dem Element Erde. Erde ist die (nackte) Realität. Aus der Erde sind wir gekommen und zur Erde kehren wir wieder zurück.

Im astrologischen Tierkreis, der aus den 12 Tierkreiszeichen und 12 Häusern zusammengesetzt ist, gilt der erste Quadrant (bestehend aus den Häusern 1–3) als der körperliche Quadrant.

Der I. Quadrant ist der ICH-Quadrant. Eingeleitet durch das kardinale Feuer von Widder/Mars/1. Haus gibt es einen starken und direkten Ich-Bezug, einen „Ich will“-Bezug.

Es ist alles, was an mir sichtbar ist:

  • 1. Haus/Widder/Mars:
    Mein Körper und äußeres Erscheinungsbild, der erste Eindruck.
  • 2. Haus/Stier/Venus:
    Alles, was ich besitze, mein Hab und Gut.
  • 3. Haus/Zwillinge/Merkur:
    Wie ich mich verhalte, bewege und für was ich mich interessiere. Die Interaktion mit dem direkten Umfeld.

„Eine gesunde Seele
kann nicht in einem trockenen Körper wohnen.“

François Rabelais

… und machen uns auf den Weg:

Elephant walking its way
Bild von Rolf Dobberstein auf Pixabay

Featured Image: Bild von Oliver Kepka auf Pixabay