Kentaur: auch: Zentaur, ein Mischwesen aus Mensch und Pferd.
Mit dem Kentaur verbunden ist Chiron, der weise Lehrer und Heiler.
Lateinisch: Centaurus
Englisch: Centaurus
Französisch: Centaure
„Ich will lieber ganz sein als gut.“
Carl Gustav Jung
Das Sternbild Kentaur oder Zentaur ist ein riesiges, markantes Sternbild am Südhimmel.
Schau mal hier:

Sein hellster Stern ist Alpha Centauri, der dritthellste Stern am Nachthimmel ist. Er wird auch als „Rigil Kentaurus“ oder „Toliman“ bezeichnet. Mit dem Stern Beta Centauri, auch „Hadar“ genannt, bildet er einen Doppelstern. Als Doppelstern bezeichnet man zwei Sterne, die so dicht aneinander stehen, dass man sie nur als einen einzigen wahrnimmt.
Die Entdeckung von Doppelsternen war aus offensichtlichen Gründen erst mit der Entdeckung des Fernrohrs möglich. Als Entdecker des ersten Doppelsterns im Jahr 1617 – das war Mizar aus dem Sternbild Großer Bär (lat. „Ursa Major“) – gilt der italienische Mathematiker, Physiker und Astronom Benedetto Castelli (1578–1643). Er war Schüler von Galileo Galilei.
Alpha und Beta Centauri markieren die Füße des Kentauren.
Um das Sternbild Kentaur in Gänze am Himmel zu sehen, müssten wir schon in Richtung Äquator reisen bzw. auf die Südhalbkugel. Von der Nordkugel aus können wir im Mai „nur“ die nördlichsten Sterne dieses Sternbildes nahe des Horizonts sehen, da es den Weg über den Horizont nur ansatzweise schafft.
Wir finden das Sternbild Kentaur südlich des Sternbildes Wasserschlange (lat. „Hydra“) und in der Nähe bzw. nördlich des Sternbildes Kreuz des Südens (lat. „Crux“, was „Kreuz“ bedeutet).
Das Sternbild Kentaur zählt zu den größten überhaupt. Von den 88 offiziell anerkannten Sternbildern der Internationalen Astronomischen Union (IAU) rangiert es auf Platz 8 oder 9. Es misst über 1 000 Quadratgrad. Wenn man davon ausgeht, dass die gesamte Himmelskugel ca. 41 000 Quadratgrad umfasst, sind 1 000 Quadratgrad für ein einziges Sternbild enorm.
Die Geschichte des Sternbildes Kentaur reicht bis in die Antike zurück und so zählt es bereits zu den 48 Sternbildern der Antike, die der Universalgelehrte Claudius Ptolemäus (ca. 100–170 n. Chr.) vor langer Zeit beschrieb. Es gibt nicht nur die Sternbilder der Antike, sondern auch die gerne vergessenen Historischen Sternbilder, die bei der Festlegung der 88 offiziellen Sternbilder keine Berücksichtigung fanden. Hier findest Du mehr dazu.
Um alle Sterne des Sternbilds Kentaur zu bezeichnen, reichte das griechische Alphabet nicht aus. Von Alpha (erster Buchstabe) bis Omega (letzter Buchstabe) wurde alles verwendet. Bei Omega Centauri gab es allerdings einen Irrtum. Man fand erst später heraus, dass es sich hierbei nicht um einen einzelnen Stern, sondern um einen riesigen Kugelsternhaufen handelt, Millionen von Sternen dicht zusammengedrängt.
Schau Dir den Kugelsternhaufen Omega Centauri im Sternbild Kentaur gerne hier an. Er ist der hellste Kugelsternhaufen des Himmels:

Weil das griechische Alphabet bekanntermaßen nicht ausreichte, ging die Benennung mit lateinischen Groß- und Kleinbuchstaben und auch mit Flamsteed-Bezeichnungen (Zahlen) weiter.
Dass wir das Sternbild Kentaur am Sternenhimmel finden, haben wir Chiron zu verdanken und natürlich dem Göttervater Zeus (röm. Jupiter), der es in Gedenken an ihn dorthin gesetzt hat. Chiron war der Halbbruder von Zeus. Ihr gemeinsamer Vater war Kronos (röm. Saturn), Sohn der Gaia (Erde) und des Himmels (Uranos).
Alles über Chiron – und natürlich auch den Mythos – erfährst Du in meinen beiden Blogs „Chiron ~ Der verwundete Heiler“ und „Chiron und die Heilung“.
Im griechischen Mythos von Chiron oder Cheiron gab dieser seine Unsterblichkeit zugunsten von Prometheus auf. Beide hatte ein ähnliches Schicksal ereilt.
Das Sternbild Kentaur ist nicht nur groß und wunderschön, sondern blickt auf eine einzigartige Geschichte zurück, den Weg der Aufopferung und Akzeptanz hin zur Ganzwerdung.
„God, grant me the serenity to accept the things I cannot change,
Serenity Prayer, Reinhold Niebuhr
the courage to change the things I can,
and the wisdom to know the difference.“
engl. serenity = Gelassenheit
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