Element Erde

Mud Maiden in Lost Gardens of Heligan

Aus den 4 Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde, so sagt man, bestehe alles Sein. Sie sind die Bausteine des Universums.

Das Element Erde ist eines dieser 4 Elemente, die auch in der Astrologie eine Rolle spielen, denn jedes der 12 Tierkreiszeichen ist einem Element zugeordnet. Damit zählen wir zu jedem Element 3 Tierkreiszeichen.

Aber was bedeutet Erde hier genau?

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Die Bibel gibt uns einen Vorgeschmack davon:

„Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen,
bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist.
Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.“

1. Mose 3,19; Lutherbibel 2017

Erde können wir anfassen, greifen und formen. Dazu berührt sie alle unsere Sinne:

  • Tastsinn:
    Fühle und wühle in Sand, Erde, Geröll, Schlamm oder Mulch. Heute gibt es Barfußparks, um diesen Sinn zu wecken.
  • Sehsinn:
    Sieh Dich um. Von wie viel Erde bist Du umgeben? Siehst Du den Boden unter Deinen Füßen, die Erde, auf der Du stehst?
  • Gehörsinn:
    Hörst Du das Rascheln von Laub und Blättern, das Knacken der Äste, den Untergrund, auf dem Du läufst? Vielleicht brodelt gar die Erde oder Du hörst einen Erdrutsch oder eine Gerölllawine.
  • Geschmackssinn:
    Versuche, Wurzelgemüse, Kräuter oder Heilerde zu schmecken.
  • Geruchssinn:
    Rieche Waldboden, Torfmoos, Morast, Baumrinde oder Harz.
Erde – zum Greifen nah
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„Wir können überhaupt nicht denken,
ohne unsere fünf Sinne zu gebrauchen.“

Albert Einstein

Erde ist sehr real. Sie ist der feste Boden unter unseren Füßen. Wir sprechen von bodenständig, geerdet oder beständig. Wenn wir gut verankert sind, hat das vielleicht auch etwas mit Wohlstand in zweideutigem Sinne zu tun. Erde bietet uns ein Fundament, eine Grundlage, eine Struktur, einen belastbaren Untergrund und schenkt uns damit Stabilität, Festigkeit und Sicherheit.

Erde ist materiell. Kurz gesagt ist sie gegenständlich, körperlich, physisch, wirklich und konkret. Es ist die Welt der Form. Ohne es zu werten, könnte man Erd-betonte Menschen als Materialisten bezeichnen. Materielle Werte, Besitz und Vermögen schaffen Sicherheit und das ist für Erd-betonte Menschen, allen voran dem Tierkreiszeichen Stier, sehr wichtig.

„Geld hat an und für sich noch nie jemanden glücklich gemacht, aber es hat mir stets ein Gefühl der Sicherheit gegeben und auf diese Weise meine Fähigkeit zum Glücklichsein gesteigert.“

Audrey Hepburn

Wenn es um Sicherheit geht, dann spielen auch Grenzen und Abgrenzung eine Rolle. Im Sinne von Erde kann so eine Abgrenzung etwas ganz Reales sein wie ein Zaun, eine Mauer oder eine Hecke. Es signalisiert: „Mein Reich“. Auch mit Grenzsteinen lassen sich (Eigentums-)grenzen abstecken. Physische und rechtliche Grenzen bilden einen Rahmen, der uns Sicherheit und Orientierung gibt.

„Grenzen zu setzen ist kein Akt der Aggression –
Es ist ein Akt der Selbstliebe.“

Weisheit

Erde steht auch für Fruchtbarkeit und Naturverbundenheit. Fruchtbar zu sein, bedeutet, Früchte hervorzubringen, also neues Leben, egal ob Mensch, Tier oder Pflanze. Auf fruchtbaren Böden gedeihen Pflanzen, Getreide und Gemüse. Wir säen und wir ernten und feiern im Herbst das Erntedankfest. Erde nährt uns. Mit der Fruchtbarkeit auf Erden geht es um nichts Geringeres als das Leben auf Erden, denn der Mensch kann nur überleben, wenn die Erde fruchtbar ist. Was wir der Erde antun, tun wir am Ende uns selbst an.

„Mit Naturschutz schützen wir nicht die Natur,
wir schützen uns selbst.“

Peter Wohlleben

Leben findet im Hier und Jetzt statt: das reale, wirkliche Leben. Mit Erde geht es weder um die Vergangenheit noch um die Zukunft. Es ist: Right here, right now. Auch aus diesem Grund ist das Praktische für Erde bedeutungsvoller als das Theoretische. Was hat sich bewährt und was lohnt sich, zu bewahren? Was will praktisch umgesetzt werden, damit es von Nutzen sein kann? Praktische Dinge sind nützlich, zweckmäßig und brauchbar. Etwas, das praktikabel ist, lässt sich gut umsetzen. Es hilft und nützt nichts, wenn es theoretisch was taugt, sondern es muss praxistauglich sein. Erde betrachtet sehr nüchtern und sachlich, vielleicht ein wenig emotionslos.

„Die Theorie ist nicht die Wurzel,
sondern die Blüte der Praxis.“

Ernst von Feuchtersleben

Erde bedeutet Arbeit. „Im Schweiße deines Angesichts“ bedeutet, dass es mit großer Mühe und Anstrengung verbunden ist. „Ohne Fleiß kein Preis!“ oder „Von nichts kommt nichts“ könnten solche Erde-Sätze sein. Für den Weg zum Erfolg braucht es oft Ehrgeiz, Ausdauer, Beharrlichkeit und Geduld.

Wer sind denn nun die Erd-Zeichen in der Astrologie?

Es sind die Tierkreiszeichen Stier, Jungfrau und Steinbock. Natürlich unterscheiden sich die einzelnen Erd-Zeichen in ihrer Qualität und Erdigkeit. Nichtsdestotrotz können wir folgende Begriffe mit dem Element Erde in Verbindung bringen, um eine Vorstellung davon zu bekommen:

Sicherheit, Stabilität, Realität, Form, Rahmen, Struktur, Körperlichkeit, Beständigkeit, Nutzen, Arbeit, Fleiß, Ehrgeiz, Ausdauer, Beharrlichkeit, Grenzen, Abgrenzung, Ruhe, Naturverbundenheit und viele weitere.

„Der Utopist sieht das Paradies,
der Realist das Paradies plus Schlange.“

Friedrich Hebbel

Die Elemente Erde und Wasser ergänzen sich gut, da Wasser Erde fruchtbar macht und z. B. Bäume und Pflanzen nährt. Erde ist ja besonders rational und nicht emotional, während mit dem Element Wasser die große Welt der Emotionen verbunden ist. Das ist etwas, was Erde von Wasser lernen kann und umgekehrt.

Im astrologischen Tierkreis steht jedem Erd-Zeichen ein Wasser-Zeichen und jedem Feuer-Zeichen ein Luft-Zeichen gegenüber. Auf die Elemente Erde und Wasser bezogen befinden sich folgende Tierkreiszeichen auf derselben Achse:

  • Stier (Erde) und Skorpion (Wasser) oder 2. Haus und 8. Haus
  • Jungfrau (Erde) und Fische (Wasser) oder 6. Haus und 12. Haus
  • Steinbock (Erde) und Krebs (Wasser) oder 10. Haus und 4. Haus

Und während Erd-Qualitäten grundsätzlich andere sind als Wasser-Qualitäten, so ergänzen sich die Elemente selbst ganz ausgezeichnet. Manchmal lohnt auch ein Blick auf die andere Seite.

Ich selbst bin ein sehr Erd-betonter Mensch und blicke manchmal ein wenig neidvoll auf Wasser-betonte Menschen, die sich wesentlich leichter dem Fluss des Lebens anvertrauen als ich.

„Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muß es,
Ewig wechselnd.“

J. W. von Goethe (Aus: Gesang der Geister über den Wassern, 1779)
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