Schwan: Symbol für Anmut und Schönheit; Symbol von Apollon
Lateinisch: Cygnus
Englisch: Swan
Französisch: Cygne
So sieht das Sternbild Schwan aus:

Für mich ist das Sternbild Schwan, das einen fliegenden Schwan darstellt, eines der schönsten Sternbilder überhaupt. Das obige Bild zeigt einen nach unten fliegenden Schwan, die Flügel und den langen Hals des Schwans. Der unterste Stern zeigt den Kopfstern Albireo. Das Sternbild erinnert durch seine Form an ein Kreuz, weshalb es auch als Kreuz des Nordens bezeichnet wird.
„Wie ein Vogel seine Flügel über die Jungen ausbreitet,
Psalm 91,4; Hoffnung für alle
so wird er auch dich stets behüten und dir nahe sein.
Seine Treue umgibt dich wie ein starker Schild.“
Auch das Sternbild Schwan zählt zu den 48 Sternbildern des Claudius Ptolemäus der griechischen Antike. Deneb oder Alpha Cygni heißt der hellste Stern dieses Sternbildes und wir finden Deneb in den Schwanzfedern. Auf dem Bild oben sehen wir die ausgespannten Flügel, ganz so wie auf dem nachfolgenden Bild:

Das Sternbild Schwan ist ein Sommer-Sternbild des Nordsternhimmels. Es ist Teil des Sommerdreiecks, das aus den drei hellsten Sternen der Sternbilder Schwan (Deneb), Leier (Wega) und Adler (Altair oder Atair) gebildet wird. Schau doch mal in einer klaren Sommernacht nach oben oder Richtung Südosten, um das Sommerdreieck zu finden.
Wir finden das Sternbild Schwan inmitten der Milchstraße. Auf der nachfolgenden, historischen Sternkarte siehst Du den Schwan (franz. „le cygne“) durch die sternenreiche Milchstraße fliegen. Hier finden wir besonders viele Sterne und Sternhaufen.

Und hier die Übersetzungen, Französisch/Deutsch:
Le Cygne = der Schwan
La Lyre = die Leier
„A swan never looks for many … it chooses one and stays forever.
Unknown
That’s the theory of love.“
Kennst Du den Singschwan? Er ist reinweiß mit einem langen, geraden Hals und gelb-schwarzem Schnabel. Der weiße Singschwan ist bekannt für seine Schönheit, Eleganz und seinen Gesang, der sehr melodisch ist. Im griechischen Mythos heißt es, dass ein Schwan singt, bevor er stirbt: wunderschön und traurig zugleich. Ist es aus Vorfreude auf das, was nun kommt, oder ist es Abschiedsschmerz? Ein letztes Lied als Zeichen des Übergangs.
Dieses „letzte Lied“ nennt sich auch Schwanengesang. Der Ausdruck „Schwanengesang“ ist so etwas wie ein letzter Gesang, schön, traurig oder traurig schön. Allein die Vorstellung daran ist herzergreifend.
Und nun auf nach Griechenland, zu den Mythen. Dort, wo der Schwan mit Apollon und Zeus in Verbindung steht.
Der Schwan ist ein Symbol für Licht und Reinheit, und so verwundert es nicht, dass er Apollon zugeordnet ist, dem Gott des Lichts und der Musik. Der singende Schwan war sein Begleiter. Fuhr er in das Land seiner Vorfahren zurück, in das Land der Hypoboreer, so wurde sein Wagen von Schwänen gezogen.
Einer der griechischen Mythen erzählt von der hübschen Leda, Tochter des Königs Thestios von Aetolia und Gemahlin des Königs Tyndareos von Sparta. Leda bestach durch ihre Schönheit und Anmut. Zeus, König der Götter, verwandelte sich selbst in einen Schwan, um Leda zu verführen und zu entführen, als sie gerade im Fluss Eurotas ein Bad nahm. Er schwängerte sie. In selbiger Nacht schlief auch ihr Gemahl mit ihr, so dass sie zwei Eier mit vier Kindern gebar. Aus dem Ei des Zeus wurden die Unsterblichen Helena und Polydeukes geboren und aus dem anderen Ei des Tyndareos die Sterblichen Klytaimnestra und Kastor.
Polydeukes war göttlicher Herkunft und unsterblich, Kastor dagegen menschlich und sterblich. Trotz unterschiedlicher Väter und Seinsweisen waren sie unzertrennlich.
Wir kennen die Zwillingsbrüder Polydeukes und Kastor auch als Pollux und Kastor, die ein sehr berühmtes Zwillingspaar waren. Die beiden hellsten Sterne des Sternbildes Zwillinge (franz. „les gémeaux“) sind Pollux und Castor:

Der sterbliche Kastor fiel im Kampf und der unsterbliche Pollux bat seinen Vater Zeus darum, die Unsterblichkeit mit seinem Bruder teilen zu dürfen, auf dass sie niemals getrennt sein würden. Zeus setzte sie daraufhin als Sternbild Zwillinge an den Himmel, wo sie als hellste Sterne des Sternbildes leuchten.
Pollux und Kastor stehen symbolisch für bedingungslose Geschwisterliebe, tiefe Loyalität und die perfekte Balance zwischen Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Sie waren ein Herz und eine Seele.
Nachfolgend findest Du das Sternbild Zwillinge. Sieht das nicht aus, als würden sich Pollux und Castor an den Händen halten?

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Polydeukes und Apollon Halbbrüder waren, da sie denselben Vater hatten: Zeus.
Ähnlich der Verbindung von Pollux und Kastor stehen Schwäne für absolute Loyalität, tiefe Verbundenheit und Treue. Sie sind Symbol für lebenslange Partnerschaft. Schauen sich zwei Schwäne an, dann lässt sich ein Herz erkennen:

„In der Liebe versinken und verlieren sich alle Widersprüche des Lebens. Nur in der Liebe sind Einheit und Zweiheit nicht in Widerstreit.“
Rabindranath Tagore
Und was hat es mit dem schwarzen Schwan auf sich? Der Schwarzschwan oder passenderweise auch Trauerschwan genannt, ist in Australien und Neuseeland beheimatet. Exemplare, die wir in unseren Regionen finden, sind ausgesetzt oder verwildert.
Es heißt, ein schwarzer Schwan steht als Sinnbild für ein sehr seltenes oder völlig unerwartetes Ereignis. Der römische Satirendichter Juvenal beschreibt die „perfekte Frau“ als:
„A rare bird upon the earth and very much like a black swan.“
Also als etwas, das es eigentlich gar nicht gibt.
So beeindruckend ich auch schwarze Schwäne finde, so sehe ich nachts lieber einen weißen Singschwan am Himmel in Form des zauberhaften Sternbildes Schwan.

Ach ja, die Verbindung von Venus und weißem Schwan findet sich eher in Märchen und Sagen.
Astrologisch gesehen steht die Venus für Schönheit, Eleganz, Grazie, Harmonie und Liebe. Auch die Loyalität finden wir hier.
„Where there is loyalty, weapons are of no use.“
Paulo Coelho
Bei der Venus, die im Tierkreiszeichen Waage und im 7. Haus zu Hause ist, geht es um das DU, um die Partnerschaft, und das wiederum passt wunderbar zum Schwan, der sich lebenslang an seinen Partner bindet.
In der antiken Mythologie * gilt der Schwan auch als Begleittier der Göttin Venus (griech. Aphrodite). Wir sehen sie auf einem Schwan reitend oder in einem von Schwänen gezogenen Wagen. Der weiße Schwan steht für Schönheit, Reinheit und Liebe, alles Waage-Venus Attribute.
* Die antike Mythologie bezieht sich auf das griechisch-römische Altertum.

