„Every musician wants to do something
Jimmy Page
which will hold up for a long time, and I guess
we did it with ‚Stairway to Heaven‘.“
Bei „Stairway to Heaven“ denken die meisten sicherlich als Erstes an die Rock-Ballade von Led Zeppelin aus dem Jahr 1971. Ich auch, denn ich liebe diese Ballade, ein Stück unvergessene Musikgeschichte, ein Stück Himmel auf Erden, ein Hauch von Ewigkeit. Ganze 8 Minuten lang. 8, die Zahl der Unendlichkeit.
Read more: Stairway to Heaven„Das ist ein Kreis, dessen Mittelpunkt überall,
Blaise Pascal
dessen Umfang nirgends ist.“

Um in die Unendlichkeit einzutauchen, müssen wir das Endliche überwinden, über den Horizont des Irdischen steigen. Die Himmelsleiter symbolisiert die Verbindung von Himmel und Erde, das Streben nach dem Grenzenlosen.

Schauen wir in die Bibel, so wird die Himmelsleiter dort auch als Jakobsleiter bezeichnet. Jakob ist auf der Flucht vor seinem Bruder Esau. In einer ausweglosen Lage gefangen, erscheint Gott Jakob im Traum. In diesem Traum sieht Jakob Engel eine Leiter rauf- und runtersteigen, die Engel Gottes. Ganz oben steht Gott selbst.
„Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden,
1. Mose 28,12; Lutherbibel 2017
die rührte mit der Spitze an den Himmel,
und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.“
Jakob erkennt die Verbindung von Himmel und Erde und nennt diesen Ort das Haus Gottes oder „Bethel“, in der Bibel „Bet-El“ genannt.
„Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er:
1. Mose 28,16 und 28,17; Lutherbibel 2017
Fürwahr, der HERR ist an dieser Stätte und ich wusste es nicht!
Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte!
Hier ist nichts anderes als Gottes Haus,
und hier ist die Pforte des Himmels.“
Da ist es nur naheliegend, dass die Jakobsleiter auch als Engelsleiter bezeichnet wird. Es ist die Leiter als Verbindung von Gott und Mensch, von Himmel und Erde oder von Himmlischem und Irdischem.
Die Himmelsleiter als Weg in eine andere Welt, gar ins Paradies? Eine schöne Vorstellung davon, aufzusteigen.
Dazu wird die Himmelsleiter mit dem Kreuz assoziiert, ebenfalls eine Verbindung von Himmel und Erde. Mir leuchtet dieses Bild ein, denn es geht auch um Raum und Zeit.
Aus meinem Buch Mein Weg zurück zum Ursprung ©:
Mit der Geburt wird der Mensch an Raum und Zeit gebunden. Ich erlaube mir zu sagen, der Mensch trägt ab diesem Zeitpunkt sein Kreuz, was man manchmal auch mit Humor sehen darf. Der Mensch auf Erden ist an das irdische Kreuz gebunden, und das Kreuz kann man auch als Himmelsleiter betrachten oder als Weg zurück ins Paradies. Über die Himmelsleiter kann Göttliches „herunterklettern“ und der Mensch herauf. Nachdem wir das Leben durchkreuzt haben, dürfen wir die Leiter nach oben erklimmen, um zurück ins Paradies zu kehren. Warum nicht? Es ist alles eine Frage der Vorstellung.
„Gott ist von keinem Raum, von keiner Zeit umzirkt,
Friedrich Rückert
Denn Gott ist da und dann, wo er und wann er wirkt.
Und Gott wirkt überall, und Gott wirkt immerfort;
Immer ist seine Zeit, und Überall sein Ort.“
An Raum und Zeit oder an das Kreuz gebunden zu sein, bedeutet für den Menschen Endlichkeit, weil das Leben zeitlich begrenzt ist. Die natürliche Grenze ist der Tod oder die Erlösung vom Kreuz.
Wenn wir es astrologisch betrachten, dann steht der Planet Saturn für diese Schwelle und wird gar als „Hüter der Schwelle“ bezeichnet. Er steht für die Reife und wenn die Zeit reif ist, nehmen wir diese Schwelle oder steigen die Himmelsleiter hinauf. Saturn markiert den Übergang zwischen der persönlichen und überpersönlichen oder geistigen Welt. Alles, was danach kommt (Uranus, Neptun, Pluto), hat mit anderen Bewusstseinsebenen zu tun.
Am klaren Nachthimmel ist Saturn der letzte Planet, den wir mit bloßem Auge erkennen können.
Saturn lässt sich astrologisch wunderbar mit „Raum und Zeit“ verbinden im Sinne von Form- oder Strukturgeber, dem Rahmen, in dem wir uns als Mensch bewegen. Saturn setzt Grenzen und deshalb finden wir mit ihm Begriffe wie: Gesetze, Recht, Regeln, Vorschriften, Norm, Maßstab, Verantwortung, Pflicht, Disziplin und in diesem Zusammenhang auch die Strafe oder die Strenge.
Gilt Saturn oft als strenger Richter und Lehrmeister, so ist es genau das, was wir brauchen, um zu reifen. Wir wachsen an Herausforderungen und nicht, wenn es leicht geht. Saturn steht für Erwachsenwerden. „Das Leben ist kein Wunschkonzert“, würde er sagen. Als Herrscher des Zeichens Steinbock und von Haus 10 strebt Saturn ganz nach oben: mit harter Arbeit, Fleiß, Ehrgeiz und unglaublich viel Ausdauer. Wie gesagt, er ist der Lehrmeister und jeder von uns kann den Weg zur Meisterschaft gehen.
Der höchste Punkt im Horoskop ist das Medium coeli oder der Beginn des 10. Hauses. Hier finden wir unseren Beruf oder unsere Berufung und steigen die Karriereleiter hinauf und freuen uns über Anerkennung, erarbeiten uns einen Status oder genießen einen guten Ruf.
Um zu reifen, müssen wir uns also Prüfungen und allem voran der Realität stellen. Das ist notwendig, wenn wir höhere Bewusstseinsebenen erreichen wollen.
Wenn wir Raum und Zeit verlassen, tauchen wir ein in die Unendlichkeit, frei von jeglicher Begrenzung. Die Unendlichkeit wird, wie wir bereits am Anfang des Blogs erfahren haben, durch die Zahl 8 dargestellt. Das Unendlichkeitssymbol ist eine liegende 8, auch Lemniskate genannt. Sie ist ohne Anfang und ohne Ende.

Die Bibel sagt dazu:
„Ich bin das A und O,
Offenbarung 22,13; Lutherbibel 2017
der Erste und der Letzte,
der Anfang und das Ende.“
Laut Bibel erschuf Gott die Welt in 7 Tagen. Na ja, strenggenommen in 6 Tagen, da er am 7. Tag ruhte. Hier steht die Zahl 8 für Neuanfang und Auferstehung, für die Überwindung des Todes. Mit der Himmelsleiter verlassen wir die irdische Ebene und machen uns auf den Weg von der Vergänglichkeit in die himmlische Ewigkeit.
„When time is spent, eternity begins.“
Helen Hunt Jackson
Wusstest Du, dass die Jakobsleiter auch eine wunderschöne Pflanze ist mit hell- bzw. himmelblauen Blüten? Ihr botanischer Name ist Polemonium caeruleum. Mit der himmelblauen Farbe und den leiterartig angeordneten Blättern findet sie ihren Bezug zur Himmelsleiter. Klettern kann man auf ihr nur bis zu circa 80 cm. Für uns Menschen ist das lediglich ein Schritt. Für eine Schnecke wäre das wiederum ein weiter Weg.

Ob nun Leiter oder Kreuz, beides ist anstrengend, zu ersteigen oder zu tragen.
„Groß ist die Mühe, den Himmel zu ersteigen,
Lucius Annaeus Seneca
doch für die Seele ist es eine Heimkehr.“

