Der Nachthimmel, im Englischen der „night sky“ oder im Französischen „le ciel nocturne“, ist der dunkle Himmel in der Nacht. Meist assoziieren wir damit einen sternenklaren Himmel. Nichts lädt mehr zum Träumen ein als eine sternenklare Nacht.
Read more: Der NachthimmelWenn die Sonne untergeht, dann öffnet sich der Vorhang für das größte Naturschauspiel der Erde: den Nachthimmel.
„Funkel, funkel, kleiner Stern,
ach wie bist du mir so fern.
Wunderschön und unbekannt,
wie ein strahlend Diamant.
Funkel, funkel, kleiner Stern,
ach wie bist du mir so fern.“
Lass uns eintauchen in diese klare, stille, grenzenlos scheinende Welt.
„Wie der Sternenhimmel,
Friedrich Hölderlin
bin ich still und bewegt.“
Den Nachthimmel verorten wir zeitlich zwischen der Abend- und der Morgendämmerung. Damit es richtig dunkel werden kann, muss die Sonne weit unter den Horizont sinken. Das macht sie im Westen.

Die meisten Sterne finden wir in der Milchstraße, die wir als milchiges Band am klaren, dunklen Himmel ausmachen können. Sie ist unsere Heimatgalaxie mit Milliarden von Sternen.
Mit dem bloßen Auge finden wir am Nachthimmel die folgenden Planeten: Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Was ist mit Merkur? Der ist freiäugig nur schwer zu sehen, steht er doch sehr sonnennah und wird von der Sonne überstrahlt. Kurz gesagt: Ist die Sonne weg, ist Merkur auch weg. Und sind da natürlich noch Sonne und Mond, aber beide sind keine Planeten, sondern Lichter. Die Sonne leuchtet aus sich heraus, der Mond hat kein eigenes Licht, sondern reflektiert das Sonnenlicht. Er ist quasi ein riesiger Spiegel im Weltall.
Was die schöne und helle Venus betrifft, so sehen wir sie manchmal als Morgen-Venus und manchmal als Abend-Venus. Die Venus steht, ähnlich wie Merkur, sehr sonnennah. So sehen wir die Morgen-Venus kurz vor Sonnenaufgang am Morgen im Osten und als Abend-Venus kurz nach Sonnenuntergang im Westen. Wenn wir die Venus suchen, so ist unser Bezugspunkt stets die Sonne.
Den Planeten Merkur finden wir ebenfalls als Morgen-Merkur und Abend-Merkur. Er steht noch näher an der Sonne als die Venus und ist, wie schon gesagt, von der Erde aus nur schwer zu beobachten. Die Venus ist der hellste Planet und am Nachthimmel in ihrer Schönheit nicht zu übersehen.
„I close my eyes to see.“
Was wir am Nachthimmel nicht freiäugig sehen können, sind die Planeten Uranus, Neptun und Pluto. Es sind äußere oder kollektive Planeten. In der Astrologie zeigen sie kollektive Themen an, also Dinge, die uns alle betreffen.
Strenggenommen ist Pluto ja kein Planet mehr, sondern seit 2006 offiziell ein Zwergplanet. Ich persönlich finde das kleinkariert.
Nachfolgend findest Du all diese Planeten – natürlich inklusive unseres Heimatplaneten Erde (zwischen Venus und Mars) – abgebildet, Merkur der sonnennächste Planet und Pluto der sonnenfernste:

Am Nachthimmel finden wir nicht nur Planeten und Sterne, sondern auch Sternbilder. Eines der bekanntesten Sternbilder ist der „Große Wagen“, wobei es kein eigenes Sternbild ist, sondern Teil des Sternbildes „Großer Bär“ (lat. „Ursa Major“). Die 7 hellsten Sterne davon bilden den „Großen Wagen“, weshalb uns diese Konstellation besonders ins Auge sticht.
Hier siehst Du den „Großen Wagen“ aus dem Sternbild Großer Bär. Dieses Sternbild ist für uns auf der Nordhalbkugel zirkumpolar, also ganzjährig und damit jede Nacht sichtbar, wenn es der Himmel freigibt:

Mehr zu Sternbildern findest Du unter der Rubrik „Sternbilder“.
Was ist Dein Lieblings-Sternbild?
Wenn uns das Glück hold ist, sehen wir Meteore, umgangssprachlich Sternschnuppen genannt. Sie dringen als Meteoroiden in die Erdatmosphäre ein und verglühen dort. Sternschnuppen sind Glücksbringer, so sagt man.
„Close your eyes, make a wish.“
Dann schließen wir die Augen und wünschen uns etwas und behalten das, was wir uns wünschen, natürlich für uns. Ein Sternschnuppenregen wäre dann ein ganzer Wünscheregen, was das Allerbeste wäre. Sternschnuppen leuchten, weil sie durch Reibung in der Erdatmosphäre verglühen.
„Du siehst die leuchtende Sternschnuppe nur dann,
Friedrich Hebbel
wenn sie vergeht!“
Kometen, Schweifsterne, sind mit dem bloßen Auge nur selten zu sehen. Ferngläser und Teleskope bringen uns die große Faszination Nachthimmel ein Stück weit näher. Die ersten Teleskope gab es ab Anfang des 17. Jahrhunderts. Es ist ein Geschenk, das wir heute mit technischen Hilfsmitteln so weit ins Weltall schauen können. Über die meiste Zeit der Menschheitsgeschichte war man auf ein scharfes Auge angewiesen.
Und der Mond? Dem schenke ich zusammen mit der Sonne – den sogenannten Lichtern – eine eigene Rubrik. Wenn der Mond auf die Wasser der Erde wirkt, was wir eindrucksvoll an Ebbe und Flut sehen, so können wir davon ausgehen, dass er ebenfalls auf uns Menschen wirkt, da auch wir größtenteils aus Wasser bestehen. Der Mond ist unser treuester Begleiter am Nachthimmel. Genau wie wir Menschen verändert auch er sich fortlaufend, von Neumond zu Vollmond und wieder zu Neumond. Dementsprechend haben auch wir mal mehr Energie und mal weniger. Mir ist niemand bekannt, auf den der Mond keinerlei Faszination ausübt.
„Let the waters settle
Rumi
and you will see the moon and the stars
mirrored in your own being.“
Die Sonne sehen wir so gesehen am Nachthimmel nicht, sondern „nur“ an der Reflektion durch den Mond. Wenn ein Vollmond in einer sternenklaren Nacht vom Himmel strahlt, sieht es fast so aus, als schiene die Sonne.

„Wir erahnen die Unermesslichkeit unserer Unwissenheit,
Karl Popper
wenn wir die Unermesslichkeit des Sternenhimmels betrachten.“
„Funkel, funkel, kleiner Stern
Ach was haben wir dich gern
Strahlend schön am Himmelszelt
Erleuchtest hell die ganze Welt
Funkel, funkel, kleiner Stern
Ach was haben wir dich gern.“
(Schlaflied)
Featured Image: Foto von Justinas Teselis auf Unsplash

