Am Anfang war da so ein Gefühl … eine Emotion, etwas, das mich bewegt hat …

und dann nahm es seinen Lauf … und reagierte mit dem Magen.
Ja, die Sache mit den Gefühlen … Wo also anfangen? Vielleicht erst einmal ganz rational.
Ein Gefühl entsteht im Gehirn. Dem voran steht die Wahrnehmung mit allen Sinnen: sehen (Sehsinn), hören (Hörsinn), riechen (Geruchssinn), schmecken (Geschmackssinn) und fühlen (Tastsinn).
Der Mensch erlebt seine Umwelt über Reize, die dann auf unsere Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase, Zunge und Haut) treffen. Diese Sinnesorgane wandeln die Reize in elektrische Nervensignale um, die dann über Nervenbahnen in unser Gehirn wandern und dort verarbeitet werden. Es erfolgt eine Bewertung im Gehirn. Aus dieser Bewertung erfolgen bewusste Wahrnehmungen, die bewusste Steuerung von Bewegungen, die unbewusste Regulierung von Körperfunktionen (Atmung, Herzschlag, Blutdruck, Körpertemperatur etc.) oder mentale Prozesse wie Gedanken, Gefühle und Emotionen.
Kurz gefasst ist die Reihenfolge: Reiz → Sinn → Gehirn → Gefühl.
„Das Gefühl kann viel feinfühliger sein als der Verstand scharfsinnig.“
Viktor Frankl

Der Magen ist ein Hohlorgan, das im linken Oberbauch zwischen der Speiseröhre und dem Dünndarm liegt. Man kann ein Hohlorgan füllen und leeren und mich erinnert es ein wenig an Ebbe und Flut. Es ist ausgesprochen dehnbar und dient der Verdauung, indem es Nahrung speichert und zerkleinert, bevor sie als Brei weiter in den Dünndarm wandert.
Bestimmt kennst Du die Redewendung „Ein leerer Magen ist ein schlechter Ratgeber“. Wer hungrig ist, ist oft gereizt, unkonzentriert und ungeduldig. Magenknurren kann eine Antwort auf Hunger sein.
„When the stomach is full, it is easy to talk of fasting.“
St. Jerome
„Gefühle“ ist ein sehr großes Thema und ein wichtiger Teil unseres Menschseins. Sie begleiten uns Tag ein, Tag aus und sind wie ein innerer Kompass, der uns zeigt, wohin die Reise gehen soll, was uns gut tut und was nicht.
„You may not remember what a person said to you, you may not remember what a person did to you, but you will never forget how a person made you feel!“
Maya Angelou

Kommt Dir dieser Satz von Maya Angelou vertraut vor? Intensive Gefühle sind schwer zu vergessen, sei es große Freude oder tiefe Trauer, das erste Verliebtsein oder der Verlust einer großen Liebe.
Manche Gefühle sehen wir einem Menschen im Gesicht an wie Freude, Überraschung, Angst, Traurigkeit, Wut oder Ekel. Andere Gefühle wiederum sind schwer zu erkennen, weil der Mensch sie auch gerne versteckt oder überspielt. Dazu zählen Einsamkeit, Enttäuschung, Kränkung, innerer Groll, Unsicherheit, Scham, Neid, Überforderung, Verzweiflung, auch Hilflosigkeit.
Sind wir das erste Mal verliebt – „head over heels in love“ – oder voller Freude, dann zeigt sich das wahrscheinlich in Dingen wie:
- Nervosität, fröhlicher Aufgeregtheit
- Herzklopfen, Herzrasen
- Kribbeln im Bauch, Schmetterlinge im Bauch
- Freudentränen, Lachen, Erglänzen der Seele
- einem Gefühl von Leichtigkeit und Unbekümmertheit
- Albernheit, Kinderei
- Elan, Euphorie, Lebensfreude, Leidenschaft
- Lebenskraft, Tatendrang
- einem Gefühl von „Bäume ausreißen wollen“
Bestimmt kennst Du auch das Sprichwort „Liebe geht durch den Magen“. So macht beispielsweise gutes Essen glücklich, und wenn wir genießen, dann werden die Glückshormone Dopamin („Belohnungs- und Antriebshormon“) und Serotonin („Wohlfühlhormon“) ausgeschüttet. „Jemand hängt der Magen in den Kniekehlen“ ist auch eine passende Redewendung, wenn es um Essen und Magen geht.
„When you’re in a good mood, bring up the past.
Marilyn vos Savant
When you’re in a bad mood, stick to the present.
And when you’re not feeling emotional at all,
it’s time to talk about the future.“
Ereilen uns Verlust oder Grund zu Trauer, dann äußert sich das z. B. in:
- Herzenge, Engegefühl in der Brust („Herzschmerz“)
- Kloß im Hals, ein Gefühl, als wäre der Hals zugeschnürt
- innerer Leere, Gefühlskälte
- Tränen
- Erschöpfung, Kraftlosigkeit, Müdigkeit
- Wut, Verbitterung
- Verzweiflung
- Schuldgefühlen
- Lustlosigkeit, Teilnahmslosigkeit
- Sehnsucht oder in
- Magen-/Darmbeschwerden, Verdauungsproblemen, Appetitlosigkeit
Bei Trauer schüttet der Körper weniger Dopamin und Serotonin aus, weshalb wir uns dann oft so leer und antriebslos fühlen.
Wir weinen emotionale Tränen, um Gefühle zu verarbeiten. Solche oder solche, „süße“ Tränen oder „bittere“. Tränen sind ein Ventil der Seele oder das „Grundwasser“ der Seele.
„Du magst denjenigen vergessen, mit dem Du gelacht hast, aber nie denjenigen, mit dem Du geweint hast.“
Khalil Gibran
Wie aber machen sich Gefühle bemerkbar? Wo oder wie machen sich Deine Gefühle bemerkbar? Nachfolgend habe ich einige Möglichkeiten für Dich zusammengetragen:
- am Herzschlag oder an der Atmung (beides oft schneller oder stockende Atmung)
- am Kreislauf (sinnbildlich: „Es läuft nicht rund“)
- an der Haut durch Schwitzen oder Rotwerden
- an einem flauen Bauchgefühl
- Du zitterst
- man sieht es Dir im Gesicht an
- man hört es an Deiner Stimme
- Du blähst Dich auf oder wirst ganz klein
- Gedankenkreisen oder Grübeln
- Rückzug
Ein Ort, wo sich Gefühle oft und gerne niederschlagen, ist der Magen. Unser Magen reagiert sehr empfindlich auf Gefühle, seien es Stress, Angst oder Freude. Sicherlich kennst Du den Begriff „Bauchgefühl“ (engl. gut feeling oder gut instinct). Es agiert unbewusst und schneller als unser Verstand. Das Bauchgefühl irrt selten.
„Your gut instinct exists for a reason. Trust it.“
Said by many
Wenn Gefühle speziell auf den Magen schlagen, dann kann sich dies äußern als:
- flaues oder ungutes Gefühl im Magen, Magenverstimmung
- Magendruck
- Schmerzen oder Krämpfe im Oberbauch
- als „Stein im Bauch“, festes Gefühl im Solarplexus
- „Gehirnnebel“ (engl. brain fog)
- Sodbrennen
- Übelkeit, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Verdauungsprobleme
- Angst, Sorgen
Manchmal hört oder liest man von Begriffen wie Reizmagen oder Reizdarm und das klingt, als wenn Magen und/oder Darm empfindlich oder gereizt auf Einflüsse reagieren. Diese Einflüsse können tatsächliche Nahrung sein, aber auch Emotionen. Beides will verdaut werden. Vielleicht hat man was Unverträgliches gegessen, eventuell schlägt aber auf die Psyche auf den Magen. Und wenn wir Emotionen nicht gut oder gar nicht verdauen können, haben wir einerseits oft das Gefühl, dass wir bereits „satt“ sind, und andererseits verspüren wir die ausgehungerte Seele als seelische Leere oder emotionales Unterversorgtsein.
In jedem Fall ist unser Wohlbefinden beeinträchtigt. Wenn von Emotionen, Gefühlen, seelischem Zuhause, Wohlbefinden und von unseren Bedürfnissen die Rede ist, dann führt uns der astrologische Weg ins 4. Haus, ins Zeichen Krebs, das Reich der zarten Mondin, Element Wasser.
„Das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde,
Demokrit
das Glücksgefühl ist in der Seele zu Hause.“
Wenn dieses Haus in „Unordnung“ ist, dann ist die Seele aus dem Gleichgewicht. Meiner Ansicht nach ist kein Haus wichtiger und schwieriger zu erlösen als das 4. Haus. Es ist das privateste aller Häuser, unser seelisches Zuhause, unsere Heimat, unser Seelenort, unsere Quelle, unser Ursprung.
Schau Dir mal das Krebs-Symbol an:

Für mich ähnelt dieses Symbol dem Yin-Yang-Symbol, dem ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen. Beides, geboren zu werden und zu sterben, ist ein Nach-Hause-Kommen.
„Zuhause ist der Ort, an dem die Seele aufatmet.“
Lebensweisheit
Nicht nur dreht sich das 4. Krebs-Haus um unsere familiären Wurzeln, unseren Nährboden, unsere Herkunft und unsere Prägungen, alles, was wir so im Schlepptau haben, sondern auch um unsere emotionalen Bedürfnisse. Was brauchen wir, um uns wohl, sicher und geborgen zu fühlen? Die Familie kann ein wunderbarer Nährboden sein, in dem Körper/Seele/Geist gut und beschützt gedeihen können. Manchmal ist sie aber auch ein Nährboden für tiefe Verletzungen, Unsicherheit und Schutzlosigkeit.
„Einsamkeit und das Gefühl, unerwünscht zu sein,
Mutter Teresa
ist die schlimmste Armut.“
Dann müssen wir uns ein anderes Seelenzuhause suchen.

Wie sieht Dein emotionaler Heimathafen, Dein sicherer Zufluchtsort, Deine Wohlfühloase aus?
„I raise my head and look at the bright moon,
Li Bai
I lower my head and think of home.“
In solch einem Heimathafen können wir so sein, wie wir sind. Ohne Bewertung, ohne Kritik und ohne Bedingungen. Hier finden wir Ruhe und Geborgenheit, erleben Vertrautheit und Wohlsein, schöpfen Kraft, um wieder ins Außen zu gehen. „In der Ruhe liegt die Kraft“, heißt ja auch eine bekannte Redewendung.
„In dir selbst ist eine Ruhe und ein Heiligtum, in welches du dich jederzeit zurückziehen und ganz du selbst sein kannst.“
Hermann Hesse
Folgt man religiösen oder mythologischen Schöpfungsgeschichten, so war vor der Schöpfung ein Zustand der Ruhe, der Leere, der Finsternis. Im übertragenen Sinne lässt sie sich mit dem Mutterschoß vergleichen, in dem ein Kind ca. 40 Wochen lang heranwächst, bis es geboren wird oder, anders gesagt, das Licht der Welt erblickt. Von der Dunkelheit ins Licht, von der Unbewusstheit zur Bewusstheit. Wahre Kreativität (5. Haus/Löwe/Sonne) entsteht aus der Stille (4. Haus/Krebs/Mondin) heraus.

Wenn das 4. Haus unsere Kraftquelle und Lebensader ist, dann sollten wir alles daran setzen, dieses „in Ordnung“ zu bringen, wenn es nicht in Ordnung ist.
Die Mondin, Regentin des Zeichens Krebs und des 4. Hauses, steht für unsere tiefsten Gefühle. Das Aussehen der Mondin ändert sich fortlaufend und genauso unterliegt auch unsere Gefühlswelt starken Schwankungen. Die mondige Gefühlswelt ist mal hell, mal dunkel und mit allen Nuancen dazwischen. Sie ist das archetypisch Weibliche, die Mutter, die Seele, das Unbewusste, das dunkle Yin, die Nacht oder die dunkle Nacht der Seele.
„The moon is a loyal companion. It never leaves.
Tahereh Mafi
It’s always there, watching, steadfast,
knowing us in our light and dark moments,
changing forever just as we do.
Every day it’s a different version of itself.“
Unsere Gefühle sind nicht nur mit dem Magen, sondern auch mit dem Herzen verknüpft. „Das geht mir ans Herz“ oder „Das liegt mir schwer im Magen“ sind bekannte Redewendungen.
Astromedizinisch ist das Herz dem 5. Haus (Löwe/Sonne) zugeordnet. Auch wenn dieser Blog eine Herzensangelegenheit ist, so geht es in diesem jedoch nicht um das Herz, sondern um die Interaktion von „Gefühle und Magen“, und den Magen finden wir im 4. Haus.
Der Vollständigkeit halber: Zum 4. Haus gehören nicht nur der Magen, sondern auch die weibliche Brust und die Gebärmutter. Es geht um Nähren und Genährtsein. Ebenfalls zu diesem Haus zählt man die Schleimhäute, von denen es mehr gibt, als man vielleicht denkt: Mundschleimhaut, Nasenschleimhaut, Magenschleimhaut, Darmschleimhaut etc. Ja, und auch die Bindehaut ist eine Schleimhaut. Allen voran haben Schleimhäute eine Schutzfunktion.
„Die Seele ist die grünende Kraft im Leibe,
Hildegard von Bingen
sie wirkt mittels des Leibes und der Leib mittels der Seele.“
Unser Gehirn ist über das Nervensystem, genauer gesagt den Vagus-Nerv, mit dem Magen-Darm-Trakt (und dem Herzen) verbunden. Diese Verbindung wird als Darm-Hirn-Achse (engl. gut-brain axis oder gut-brain connection) bezeichnet. Hirn und Darm bzw. Kopf und Bauch stehen also in permanentem Austausch. Das Gehirn beeinflusst die Verdauung und umgekehrt.
Basierend auf dieser Achse wirken Gefühle leicht auf den Magen und Magen-Darm-Probleme wiederum auf die Stimmung. Mit anderen Worten: Verdauungsprobleme können Stress auslösen und andersherum. Eine schlechte Stimmung löst vielleicht neue Ängste und noch mehr Stress aus und so beginnt ein schwer zu durchbrechender Teufelskreis.

Ist die Darm-Hirn-Achse in Takt, dann arbeiten Kopf und Bauch harmonisch zusammen. Es zeigt sich an einer reibungslosen Verdauung, guter Stimmung, mentaler Klarheit, einer gesunden Darmbarriere, einem ausgewogenen Mikrobiom und einem starken Immunsystem. Unsere Stressresistenz ist gut und nichts schlägt uns so schnell auf den Magen.
Wenn die Dinge aus dem Lot sind, dann ist die Kommunikation von Gehirn und Bauch gestört. Das mag an chronischem Stress liegen, falscher Ernährung oder einem Ungleichgewicht im Darm, einer Dysbiose, einer gestörten Darmflora. Stress kann das Mikrobiom zerstören, die Darmbarriere durchlässig machen (engl. leaky gut) und zu Entzündungen im Verdauungstrakt führen. Stress ist eine Belastung für den Darm und ein belasteter Darm verursacht wiederum Stress.
Psyche und Darm sind wie ein eng verbundenes Ehepaar. Jeder spürt, was der andere tut. Schlechte Stimmung kann also aus dem Bauch heraus kommen.

Wenn nun Gefühle auf den Magen schlagen, was tun? Eine Antwort darauf ist schwierig, denn es geht um unsere Seele. Das 4. Krebs-Haus und die Mondin hängen, wie schon erwähnt, mit Nähren und Genährtsein zusammen. Es geht nicht nur um die physische Ernährung, sondern vor allem um die emotionale Nahrung. Wir brauchen ein Gefühl von Sicherheit, von Vertrauen, von „mütterlicher“ Fürsorge, von Angenommensein, so wie wir sind. Bei einer Dysbalance stehen wir nicht mehr auf sicherem Fundament. Wo also ist dieser seelische Heimathafen, den unsere Seele braucht, um zur Ruhe zu kommen? Diese Frage dürfte jeder Mensch anders beantworten, denn hier gibt es kein „one size fits all“.
„Die Seele ernährt sich von dem, worüber sie sich freut.“
Augustinus von Hippo
Manchmal dürfen und müssen wir auch die Dinge loslassen, die nicht mehr dienlich sind. Oftmals halten wir zu lange an alten und vertrauten Strukturen fest, die sich schon längst überholt haben. Es ist ja auch so muckelig im 4. Krebs-Haus, so nah und wohlig. Was einst in der Kindheit geprägt wurde, schleppen wir nur allzu häufig auch im Erwachsenenalter noch mit uns rum. Diese Kindheitsprägungen suggerieren uns Sicherheit und Vertrautheit und dem anschließend die Frage: Wozu vertrautes Gefilde verlassen?
Nichts ist schwieriger, als eine Mondin „umzuprägen“. Das sei an dieser Stelle als Trost gesagt. Man muss gnädig mit sich selbst sein. Ich spreche aus Erfahrung. Für mich persönlich fühlt es sich so an, als müsste ich mir eine neue Mutter suchen.
Die Frage ist: Was brauche ich heute, um mich gut genährt zu fühlen? Was ist für mein Wohlbefinden unabdingbar und nicht verhandelbar? Was sind meine ganz eigenen Bedürfnisse? Wie achtsam bin ich mit mir selbst? Und wie gut sorge ich für mich? Wann ist nah … nah genug bzw. wie viel Nähe brauche ich? Wo fühlt sich meine Seele zuhause?
„Deine Seele nährt sich vom Sinn der Dinge,
Antoine de Saint-Exupéry
nicht von den Dingen selbst.“
Oft schlucken wir unsere Gefühle auch hinunter und dann treiben sie gerne in unserem Verdauungstrakt ihr Unwesen. Wir unterdrücken Emotionen wie Wut, Ärger, Frust, Trauer, Schmerz, Angst, Kritik oder Enttäuschung und erhoffen uns dadurch Frieden. Der „Krieg“ entsteht dann in uns selbst in Form von Entzündungen, Geschwüren, Reizmagen, Unverträglichkeiten etc. „Alles muss raus“ ist hier das Mittel der Wahl, ein emotionaler Befreiungsschlag. Und mit „raus“ meine ich alles Unterdrückte, sei es durch Reden, Aufschreiben (z. B. ein Wut-Tagebuch), Gefühle offen und hörbar benennen, lautes Schreien, Sport, Singen, Tanzen, Yoga, bewusstes Atmen, Meditation etc.
Und ja, manchmal hilft auch Weinen. Du weißt ja, Krebs-betonte Menschen sind oft nah am Wasser gebaut.
„Durch das Weinen fließt die Traurigkeit aus der Seele heraus.“
Thomas von Aquin
Menschen mit einem betonten 4. Haus z. B.:
- Sonne oder Mondin im 4. Haus
- viele Planeten im 4. Haus (sind es 3 oder mehr, sprechen wir von Stellium)
- der Herrscher des Aszendenten (AC) im 4. Haus
- Planeten an der Spitze von Haus 4
- Haus 4 im Zeichen Krebs etc.
sind anfälliger für Beschwerden, die mit dem 4. Haus assoziiert sind. Auch kann es Auslöser im Außen geben in Form von Transiten. Die Planeten laufen ja unabhängig von unserem Geburtshoroskop weiter und da mag ein umlaufender Planet zu einem bestimmten Zeitpunkt Dinge wie z. B. Magenbeschwerden in unserem Horoskop auslösen. So ein Fall wäre ich.
Ich hatte so eine Auslösung im Horoskop im Frühling dieses Jahres und ab da keinen guten Lauf. Wenn viele kleine Belastungen zusammenkommen und ein letzter Auslöser das Fass zum Überlaufen bringt, dann kommt es zur Eskalation.

Ich bin nicht gut darin, wenn es um mein Gefühlsleben geht, und so treiben die Gefühle im Magen-/Darm ihr Unwesen und sorgen für ein Ungleichgewicht. Es ist Zeit, den Geist zu beruhigen, damit die Seele sprechen kann.
Abschließend lass uns noch einen Blick auf die Chakren werfen. Magen und Dünndarm sind dem 3. Chakra, dem gelb dargestellten Solarplexus-Chakra (Manipura), zugewiesen. Du findest es zwischen Bauchnabel und Oberbauch. Es ist das Energiezentrum für die Verdauung und der Sitz des Bauchgefühls. Das 3. Chakra steht für Willenskraft, ein gesundes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Zugeordnet ist es dem Element Feuer. Es steht für unser inneres Feuer, auch das Verdauungsfeuer.

Die Emotionen finden wir im 2. Chakra, dem orange dargestellten Sakral-Chakra (Svadhisthana). Es liegt ca. 5 cm unterhalb des Bauchnabels und ist das Energiezentrum für Gefühle. Natürlich ist es dem Element Wasser zugeordnet: „fließende Gefühle“, genau wie Wasser.
Geht es um den Dickdarm, dann führt uns der Weg nach der klassischen Chakrenlehre noch eine Etage tiefer ins 1. Chakra, das rot gezeigte Wurzel-Chakra („Root Chakra“ oder Muladhara). Es liegt am untersten Ende der Wirbelsäule, am Steißbein. Mit ihm sind die Themen Erdung, Sicherheit, Stabilität und Urvertrauen verknüpft. Es ist dem Element Erde zugeordnet.
Genau genommen ähnelt die Darm-Hirn-Achse dem Verlauf der 7. Chakren. Drei Chakren haben wir bereits benannt und das Herz, das ebenfalls eine Verbindung zur Darm-Hirn-Achse hat, finden wir mit dem 4. Chakra, dem Herz-Chakra (Anahata). Dann führt der Weg Richtung Kopf über das Kommunikations-Chakra bzw. Hals-Chakra, das 5. Chakra (Vishuddha). Es legt das komplexe Zusammenspiel offen, so meine ganz persönliche Ansicht.
Wenn uns Gefühle auf den Magen geschlagen haben, dann ist damit verbunden auch die Aufforderung, Körper, Seele und Geist wieder in Einklang zu bringen. Denn Einklang bedeutet Heilsein. „Ich bin in Ordnung.“
„Willst du den Körper heilen, musst du zuerst die Seele heilen.“
Platon
Die erste Erfahrung von Geborgenheit machen wir im Mutterleib. Es ist eine passive Erfahrung: konstante Wärme, körperliche Nähe, Ruhe, Nahrung, Sicherheit. Die Gebärmutter, der Mutterschoß, ist ein geschützter Raum für das Ungeborene.

Das Gefühl von Geborgenheit ist fundamental und dient zu jeder Zeit der Gesundheit und Ruhefindung. Im Erwachsenenalter ist Geborgenheit eine aktive Angelegenheit, z. B. durch soziale Bindungen, Netzwerke etc., die bewusste Entscheidungen erfordert. Innere, wahre Geborgenheit jedoch finden wir nur in uns selbst. Wir dürfen uns selbst eine fürsorgliche Mutter sein. Eine gute innere Mutter für unser inneres Kind. Wie würdest Du dieses innere Kind nähren, wenn Du dessen Mutter wärst?
Seelenpflege ist Selbstfürsorge. Wir pflegen unser seelisches Wohlbefinden, denn die Seele ist unsere Verbindung zum Universum, zum Göttlichen. Sie ist ein Stück Unsterblichkeit.
„Es war, als hätt’ der Himmel
MONDNACHT von Joseph von Eichendorff
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt’.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.“

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