Alles neu macht der Mai

Maiglöckchen

Der Monat Mai ist der 5. Monat im gregorianischen Kalender und symbolisiert den Frühling, die Lieblingsjahreszeit von so vielen. Es ist der Beginn der warmen Jahreszeit, die die Natur erblühen und erstrahlen lässt. „Wie im Großen, so im Kleinen – „Wie innen, so außen.“ Und so versetzt der Aufbruch in der Natur auch uns in Aufbruchstimmung.

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Aufbruchstimmung
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Was macht den Mai so besonders?

Schau Dir mal all die positiven Begrifflichkeiten an, die wir mit dem Monat Mai verbinden: Erwachen, Erblühen, Aufleben, Wachsen, Fruchtbarkeit, Lebensfreude, Heiterkeit, Glücklichsein, Liebe, gute Laune, Sonne, Wonne und Geselligkeit. Raus in die Natur ist die Devise, denn überall sprießt neues Leben und dann mit allen Sinnen genießen.

„Tanze mit mir in den Morgen
Tanze mit mir in das Glück.“

Gerhard Wendland

Es geht mit großen Schritten auf den Höhepunkt des Jahres zu: die Sommersonnenwende am 21. Juni 2026. Gerade aber hat der Mai erst begonnen.

„Alles neu macht der Mai,
macht die Seele frisch und frei.
Laßt das Haus, kommt hinaus!
Windet einen Strauß.
Rings erglänzet Sonnenschein,
Duftend prangen Flur und Hain:
Vogelsang, Hörnerklang
Tönt den Wald entlang.“

Hermann Adam von Kamp (Aus: Alles neu macht der Mai)

Dieses Frühlingslied ist mehr als 200 Jahre alt und steht auch heute noch für Aufbruch und Neubeginn. Kein Monat wurde mehr besungen als der Mai. Der Monat Mai wird auch als Wonnemonat bezeichnet und Wonne geht einher mit Lebenslust, Lebensfreude, Fröhlichkeit, Glücksgefühl und Genuss. Mit dem Mai verbinden wir das vollständige Erwachen der Natur, das auch in uns Menschen Aufbruchstimmung erzeugt. Alles grünt und blüht. Und so ist es eine Zeit, in der nicht nur die Natur aufblüht und zu vollem Leben erwacht, sondern auch wir Menschen.

Erblühender Farn
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Von Weidemonat zu Wonnemonat:

Der Wonnemonat war ursprünglich der Weidemonat, die Zeit, in der das Vieh nach dem Winter wieder auf die Weide getrieben wurde. Als Wonnemond bezeichnen wir den ersten Vollmond im Mai. Zurück geht dieses Wort auf das Althochdeutsche „winnimanod“, das „Weidemonat“ bedeutet (winni = Weide, wunni = Wonne). Die sprachliche Umdeutung von „Weide“ in „Wonne“ erfolgte späterhin. Ob nun Weide oder Wonne, ich vermute, dass es für das Vieh sicherlich eine Wonne war, wieder nach draußen auf die grünen Weiden zu dürfen.

„Und Freud‘ und Wonne
aus jeder Brust.
O Erd‘, o Sonne!
O Glück, o Lust!“

J. W. von Goethe (Aus: Mailied)

Zweifelsfrei ist der Monat Mai ein Freudenmonat. Eingeläutet wird der Mai mit dem Maibaum oder dem Tanz in den Mai. Der Maibaum symbolisiert das Leben und damit Fruchtbarkeit und Zusammenhalt. Manchmal sieht man Maibäume mit einem Kranz. Der Kranz symbolisiert das Weibliche und der Baumstamm das Männliche. Ein Tanz um den Baum ist damit die Verbindung von weiblicher und männlicher Energie. Der Aufruf ist: Seid fruchtbar, tanzt und erfreut euch des Lebens.

Maibaum
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„Seid fruchtbar und mehret euch.“

Die Schöpfung, 1. Mose 1,28, Lutherbibel 2017

stand schon in der Bibel und ist der Auftrag Gottes an die Menschheit, die Erde zu füllen. Es ist der erste Segen Gottes und die Aufforderung, dem Leben zu vertrauen.

Als Maibaum wird und wurde meist die Birke gewählt, denn sie ist der erste Baum, der im Frühling austreibt. Auch steht sie für Liebe, Leben und Fruchtbarkeit. Sehr passend also. Vielleicht kennst Du ja auch die Tradition des Maibaumstellens, bei dem junge unverheiratete Männer eines Dorfes kleine, mit Krepp verzierte Birken vor die Häuser von unverheirateten Frauen stellen, um Interesse und Zuneigung zu bekunden. Die Birke als Liebesbeweis. Aufgestellt wird in der Nacht zum 1. Mai. Mir selbst wäre so etwas äußerst unangenehm.

Das Aufstellen des Maibaums im Zentrum eines Dorfes ist oft ein Gemeinschaftswerk und steht für den Zusammenhalt und die Verbundenheit im Ort. So ist der Baum ein Symbol der Hoffnung und die Bitte um Segen für das Dorf.

Mit dem Tanz in den Mai vertreiben wir den Winter und begrüßen den Frühling. Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wird auch als Walpurgisnacht gefeiert, so zum Beispiel auf dem Brocken im Harz mit Hexenfeuern und Hexentänzen. Beltane ist ein altes keltisches Fest, das ebenfalls in dieser Nacht gefeiert wird. Beltane-Feuer sind Freudenfeuer. So oder so: Es sind Feuerfeste zur Feier des Frühlingserwachens und der Fruchtbarkeit. Der Tanz in den Mai ist die moderne Variante.

Der Mai soll nach der römischen Frühlingsgöttin Maia benannt sein. Sie ist die Göttin des Wachstums und der Fruchtbarkeit.

Die Plejaden – auch als Siebengestirn bezeichnet – sind ein Sternhaufen, den wir im Sternbild Stier finden. In der griechischen Mythologie werden sie auch als die „Sieben Schwestern“ bezeichnet. Diese Schwestern sind: Alkyone, Asterope, Celaeno, Elektra, Maia, Taygete und Merope. Der Riese Orion verliebte sich in sie und stellte ihnen in aufdringlicher Art und Weise nach. Maia war die älteste der Plejaden und soll die Schönste gewesen sein.

Schau Dir doch mal hier diese wunderschöne Sternenformation Plejaden an:

Plejaden, Siebengestirn, Messier 45
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Und nun zurück zum Monat Mai. Es gibt viele Begrifflichkeiten, die mit dem Maibrauchtum in Verbindung stehen:

  • Maibaum
  • Tanz in den Mai
  • Maiwanderung (oft: Gruppenwanderung), Volkswandertag
  • Maikönigin, Maibraut, Maigräfin (Symbolfigur des 1. Mai)
  • Maienkönigin Maria
  • Maiandachten, Maialtare (Marienmonat Mai; der Mai ist der Gottesmutter Maria gewidmet, der „schönsten aller Frauen“)
  • Maistrich (weiße Kreidelinien bei Verliebten von einem Haus zum anderen; damit wird die Liebe öffentlich gemacht)
  • Maibowle (ein Frühlingsklassiker; Hauptzutat: Waldmeister)
  • Maiglöckchen (blühen herrlich weiß im Mai)
  • Maikäfer (fliegen im Mai aus)
  • Mai-Sonne (bereits kräftige Sonne im Mai)
  • Maikundgebungen am 1. Mai, dem „Tag der Arbeit“

Im Mai blühen zahlreiche Wildblumen in der Natur. Denke an: Löwenzahn, Wiesenschaumkraut, Maiglöckchen, Margeriten, Scharfer Hahnenfuß etc. Sie färben die Wiesen in Weiß und Gelb.

Astrologisch gesehen ist die Frühlingszeit die Stier-Zeit (ca. 21.04. bis 21.05.). Das Tierkreiszeichen Stier ist ein fixes Zeichen und mit „fix“ die Mitte dieser Jahreszeit: Mitte Frühling oder Maienzeit. Das Zeichen Widder leitet mit dem Frühlingsbeginn den astrologischen Tierkreis ein. Nach dem Aufbruch folgt mit Stier nun die Sichtbarkeit. Nirgendwo sehen wir es so eindrücklich wie in der Natur. Auf einmal ist alles grün, belebt und überschwänglich. Es ist eine fröhliche, vergnügte, hoffnungs- und farbenfrohe Zeit. Unser Herz geht auf.

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud.“

Paul Gerhardt

Der Mai erweckt auch die berühmten Frühlingsgefühle in uns. Liebe liegt in der Luft. Es ist die neu aufkeimende, sich gerade erst entfaltende, erblühende Liebe. Wir sind mit allen Sinnen dabei. Wir riechen, hören, sehen, tasten, schmecken. Der Frühling schmeckt grün, frisch, leicht, belebend und vielleicht ein wenig säuerlich oder bitter: grüner Spargel, Bärlauch, Rhabarber, Radieschen, Löwenzahn, Brennnessel. Wie hört sich der Frühling an? Nach Vogelgezwitscher – „Alle Vögel sind schon da“ –, Insektensummen und -brummen und nach geschäftigem Treiben. Die Dinge kommen in Schwung.

„Wo Kälte weicht, wächst Mut – und mit ihm die Fruchtbarkeit.“

Aus meinem Buch Mein Weg zurück zum Ursprung©:

Frühlingsgefühle – What a feeling!

Mit länger werdenden Tagen und zunehmendem Licht werden vermehrt Serotonin und die Sexualhormone Östrogen (Sexualhormon der Frau) und Testosteron (Sexualhormon des Mannes) ausgeschüttet. Serotonin gilt als »Glückshormon« und fördert unser Wohlbefinden; es wirkt als »Stimmungsaufheller«.

Aus diesem Grund erwachen im Frühling die bekannten Frühlingsgefühle. Die Flirtbereitschaft ist besonders hoch.

„Bunte Tupfer, Frühlingszeichen, Farben, Formen ohnegleichen, Blumen, Blüten, Gartenfreud’ Herz und Sinne, Frühlingszeit.“

(Oskar Stock)

Das Zeichen Stier ist dem Element Erde zugeordnet und wird von der zauberhaften Venus regiert, der römischen Göttin der Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit. Hier siehst Du das Tierkreiszeichen Stier:

Tierkreiszeichen Stier
Image by Peter Lomas from Pixabay

Auf den ersten Blick erinnert das Symbol an Stierhörner. Auf den zweiten Blick ist es ein Kreis, der für den Geist steht, mit einem Halbkreis (Seelenschale), der für den Mond steht. Das Symbol steht für den empfangenen Geist, der sich in der Materie verwirklicht. In dem Zusammenhang steht auch das Stier-Wort „einverleiben“.

Mit Stier verbinden wir eine große Erd- und Naturverbundenheit und einen guten Umgang mit Materie und Besitz. Ihm zugehörig sind auch Dinge wie Bodenständigkeit, Sesshaftigkeit, Sicherheit, Reichtum, Geduld und Genussfreude und mit der Venus verbinden wir Harmonie, Sinnlichkeit und Fruchtbarkeit. All das erinnert an den Garten Eden, das irdische Paradies. Das Wort „Eden“ kommt aus dem Hebräischen und bedeutet „Wonne“ oder „Wonneland“, und „irdisch“ bedeutet „zur Erde gehörig“ oder „auf der Erde befindlich“.

„Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“ 

Der Garten Eden, 1. Mose 2,15, Lutherbibel 2017

Stier ist dieser Bebauer und Bewahrer. Sein Herz gilt der Natur. Die große Naturverbundenheit des Stiers legt nahe, dass es ihm ein Herzenswunsch ist, die Natur zu bewahren und sich an ihr mit allen Sinnen – Venus – zu erfreuen. Die Stier-Venus steht für die Schönheit, die man fühlen kann.

„Alles freuet sich und hoffet,
Wenn der Frühling sich erneut.“

Friedrich Schiller (Aus: Der Jüngling am Bache)

Die Farbe Grün ist die Farbe der Hoffnung. Grün steht nicht nur für das Wachstum in der Natur, sondern auch für das Wachstum im Sinne von Reichtum: Geld, Finanzen, Vermögen und Wohlstand. Es ist ein Symbol für Stabilität. Die Farbe Grün hat auch etwas Venusisches. Grün entsteht aus der Farbmischung von Blau (kühl) und Gelb (warm) und wird so als harmonisch und beruhigend empfunden.

Der Herrscher des Zeichens Stier ist die (Morgen-)Venus. Zugehörig zu Stier ist das 2. Haus im Tierkreis. Abschließend findest Du einige Schlagwörter zu Stier/Venus/2. Haus, von denen Du einige bereits im Verlaufe des Blogs gehört hast:

  • Erde, Grund und Boden, Besitz, Hab und Gut
  • Erdfarben, Grün und Braun
  • Sicherheit, Stabilität und Bodenständigkeit
  • Sinnesfreuden, Sinnlichkeit und Genuss
  • Geselligkeit
  • Geld, Finanzen, Vermögen, Werte
  • Landwirtschaft, Nutzung der Erde
  • erhalten und bewahren
Stier auf Frühlingswiese
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„Der Frühling ist eine echte Auferstehung, ein Stück Unsterblichkeit.“

Henry David Thoreau

Die Frühlingsmüdigkeit hat sich Ende April verabschiedet. Nun ist es an der Zeit, das Leben in seiner ganzen Fülle und Buntheit willkommen zu heißen: Alles neu macht der Mai! Frühlingszeit ist Freudenzeit.

Und vergiss nicht:

„In jede hohe Freude mischt sich eine Empfindung der Dankbarkeit.“

Marie von Ebner-Eschenbach
Scharlach-Monarde
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