It’s a woman’s world

Ich schreibe diesen Artikel aus aktuellem Anlass und persönlicher Betroffenheit.

Wie oft hörst Du das Wort „Männerarzt“ im Gegensatz zu „Frauenarzt“? Vermutlich gar nicht, weil der Begriff „Männerarzt“ nicht in unserem Sprachgebrauch verankert ist. Ist Frauenheilkunde wirklich Männersache bzw. was veranlasst einen Mann, Frauenarzt zu werden? Eine Frage, die mich schon ewig umtreibt.

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Why?
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Zu keiner Zeit in meinem Leben habe ich etwas davon gehalten, dass Männer Frauenärzte (Gynäkologen) werden. Auch dass der gängige Begriff heute immer noch „Frauenarzt“ ist und nicht „Frauenärztin“, erscheint mir absurd, ähnlich wie wenn wir „Mond“ sagen anstelle von „Mondin“. Hier wäre ein guter Platz, um genau zu sein, wo wir heute doch gerne Haarspalterei betreiben und jedes Wort auf die Goldwaage legen.

Aus der Not heraus geboren ging ich neulich und komplett wider meiner Überzeugung zu einem Gynäkologen, der im Google-Netz von Dutzenden Frauen einstimmig mit 5 Sternen bewertet war. 5 Sterne bedeuten maximale Zufriedenheit und Vertrauenswürdigkeit. Ich kann nur sagen: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Es gibt eine äußere Fassade und dann das Dahinter.

Bei meinem Erstgespräch wurde ich gleich mal zwei Jahre älter gemacht, was ja nicht gerade von viel Charme und Taktgefühl zeugt. Und völlig ungeschönt ging es weiter. Auch sei ich ja nach zwei gynäkologischen OPs mit den Wechseljahren durch und Hormone würde mein Körper auch nicht mehr produzieren. Man bedenke: Meine OPs hatten eine künstlich erzeugte Menopause zur Folge, mit allen Konsequenzen, die eine solche mit sich bringt. Ich hatte das Gefühl, als liefe jemand mit Gummistiefeln über meine Seele und war in meinem Frausein tief gekränkt.

Ich wage zu behaupten, dass gynäkologische Untersuchungen – insbesondere von Männern vorgenommene – für die meisten Frauen unangenehm, wenn nicht gar demütigend sind. Die körperliche Entblößung vor einem fremden Mann erzeugt Scham, Unbehagen und ein Gefühl der Schutzlosigkeit. Es gleicht einem gynäkologischen Seelenstriptease.

Mich persönlich würde interessieren: Was sagt eigentlich eine mit einem Frauenarzt verheiratete Frau dazu? Es ist ja eine Spielwiese für Eifersucht. Ist der Körper der Frau im Berufsalltag dann „nur“ ein Arbeitsbereich oder Sachgebiet? Und wie wirkt sich das im Privatleben, bei der intimen Zweisamkeit aus? Sexualität ist ja ein stark emotionales Thema. Und weiter: Würde ein Mann seine Geschlechtsorgane gerne von einer Frau untersuchen lassen? Eine interessante Vorstellung, aber ich habe da so meine Zweifel.

Aber zurück zu mir: Seit ca. 10 Jahren leide ich unter anderem an Schlafstörungen, die damals auf die Wechseljahre verbucht wurden. Heute schlafe ich immer noch schlecht, aber die Wechseljahre sind vorbei. Da der Hormonspiegel in den Wechseljahren nicht von heute auf morgen, sondern über mehrere Jahre hinweg sinkt und Einfluss auf den ganzen Körper hat, scheinen mir die Wechseljahre ein willkommener Grund zu sein, unklare Dinge dorthin zu verschieben. „Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“, fragte der Arzt. „Ja“, dachte ich, „einen anderen Beruf wählen.“ Die 5 Sterne beruhten wohl eher auf reinen Äußerlichkeiten.

Mein Fazit nach dieser Erfahrung: It’s a woman’s world und eine Inspiration, mich in diesem Blog mit dem Thema Frau und Weiblichkeit näher zu beschäftigen.

Weil Männer oft so wunderschön über Frauen singen, gebe ich an dieser Stelle einem Mann den Vorrang.

Kennst Du das Lied „This is a man’s world“ von James Brown? Er sang:

„This is a man’s world, this is a man’s world
But it wouldn’t be nothing, nothing without a woman or a girl …“

James Brown, 1966

Eine Welt ohne eine Frau oder ein Mädchen wäre also nichts. Das ist richtig und schön oder richtig schön. Und nicht nur das: Biologisch gesehen gäbe es ohne die Frau gar keine mit Menschen besiedelte Welt.

Mother Earth
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Im englischen Wort „woman“ (Frau) ist das Wort „man“ (Mann) enthalten, im Plural „women“ (Frauen) das Wort „men“ (Männer). Am Anfang war die Frau …

Ohne die Frau gäbe es keinen Mann; es ist so simpel wie das.

„Die Weiblichkeit ist wie ein Spiel mit dem Wasser. Wasser ist angenehm, zart und weich. Wasser ist gleichzeitig auch die stärkste geballte Kraft, die keiner aufhalten kann. Weiblichkeit ist also eine Wandlungskünstlerin zwischen zarter Schneeflocke und Tsunami.“

Branka Ternegg

Astrologisch gesehen finden wir das Frausein und die Weiblichkeit in 3 Himmelsgestirnen: als Venus, Lilith und Mondin. Auch wenn Lilith kein Planet ist, so wird sie in der Astrologie doch wie ein Planet behandelt.

Schau Dir doch mal hier die Planetensymbole von Venus, Lilith und der Mondin an:

Planetensymbole, u. a.: Venus, Lilith und Mondin
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Die Mondin zeigt die beleuchtete Mondsichel auf der rechten Seite und damit den zunehmenden Mond. Lilith zeigt diese auf der linken Seite und damit den abnehmenden Mond. Sie repräsentiert die dunkle Seite des Mondes, die Nacht und die Schattenseiten. Es geht um das Zusammenspiel von Licht und Schatten.

Das Venus-Symbol kennst Du sicherlich als Symbol für die Frau. Die Venus gilt als der „weibliche Liebesplanet“. Es geht um die weibliche Sexualität, Erotik, Liebe, Lust und Sinnlichkeit. Denke an die römische Göttin der Liebe und Schönheit: Venus oder ihr griechisches Pendant, Aphrodite.

Der schwarze Mond Lilith ist das „Original“, wenn es um Frausein geht: die weibliche Urenergie, die Urfrau oder die Urweiblichkeit. Dazu werde ich bei anderer Gelegenheit etwas schreiben.

„Weil Gott nicht überall sein konnte, schuf er die Mütter.“

Arabisches Sprichwort

In diesem Blog jedoch geht es um die Frau und Mutter, die wir mit Yin und dem empfangenden, lebensspendenden und nährenden Prinzip verbinden. Astrologisch gesehen entspricht dieses Prinzip der Mondin (Zeichen Krebs, 4. Haus, Element Wasser). Yin ist das dunkle Prinzip, die Nacht und die Ruhe, denn nur in der Nacht leuchtet die Mondin. Archetypisch finden wir im 4. Haus die Mutterfigur, unser seelisches Zuhause, unsere Wurzel oder Herkunft.

„Das Glück eines Kindes beginnt im Herzen der Mutter.“

Phil Bosmans
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Was verbindest Du mit dem Wort „Mutter“?

Hier sind einige Mondin/Krebs/4. Haus-Begriffe:

  • Nähe
  • Urvertrauen, Bindung
  • Prägung
  • Fürsorge, Hingabe, Bemuttern, Nähren, Bedürfnisse stillen
  • Geborgenheit, Schutz, Halt, Sicherheit, Nest, Wohlfühlzone
  • Wohlbefinden, Wohlgefühl, Seelenwohl
  • Weichheit, Zartheit, Zärtlichkeit, Zuwendung, Liebe, (Nest-)Wärme
  • Heimat, Homebase, seelisches Zuhause, Wurzeln, Ursprung, Ahnen
  • Gefühle, Emotionen, Gespür, Intuition
  • Mutter, Familie
  • die Mutter, die gute Seele des Hauses
  • die Mutter, die spürt, wie es mir geht
  • die Mutter, die mich tröstet

My child:
„I love you to the moon and back.“

Sam McBratney

Die Frau ist die schöpferische Urkraft des Lebens und hat die einzigartige Fähigkeit, Leben in ihr entstehen zu lassen und zu gebären. Von Natur aus oder biologisch gesehen können nur Menschen mit weiblichen Geschlechtsorganen (Gebärmutter und Eierstöcke) auf natürlichem Wege oder im Einklang mit der Natur (ohne z. B. Hormontherapie) schwanger werden. Das sind Frauen.

„A wise woman carries strength in her silence, grace in her words,
and power in the way she rises without needing applause.“

Pamela Cox

Der Mann (Yang) ist Teil der Zeugung. Die reife weibliche Eizelle vereinigt sich mit der männlichen Samenzelle. Ohne weiblichen Nährboden stirbt die männliche Samenzelle ab. Die Verschmelzung oder Befruchtung jedoch ist der Start für ein einzigartiges neues Leben. Yin und Yang bilden eine Einheit und aus dieser entsteht die Harmonie des Lebens.

„The ancients envisioned their world in two halves – masculine and feminine. Their gods and goddesses worked to keep a balance of power. Yin and Yang. When male and female were balanced, there was harmony in the world. When they were unbalanced there was chaos.“

Dan Brown
Yin und Yang
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Im griechischen Mythos ist Gaia die personifizierte Erde oder Mutter Erde und die erste aller Urgottheiten. Aus sich heraus oder anders ausgedrückt „jungfräulich“ zeugte sie Uranos (den personifizierten Himmel), Pontos (Urgott und Personifikation des Meeres) und Ourea (die personifizierten Gebirge). Sie selbst entstammt dem Chaos. Nicht dem Chaos im Sinne von Unordnung, sondern der totalen Leere oder der Finsternis (totales Yin).

Die Mondin verbinden wir mit der Mutter, der Frau, die Leben in sich tragen kann und gebiert. Jede Frau kann vom Grundsatz her mehrere Kinder austragen und gebären, aber nur ein Mal Mutter werden. Gebiert sie das zweite Kind, ist sie bereits Mutter.

„Making the decision to have a child – it is momentous.
It is to decide forever to have your heart go walking around outside your body.“

Elizabeth Stone

Auch symbolisiert die Mondin die zyklische Natur aller Dinge. Die Mondin durchläuft regelmäßige Zyklen, die wir als Mondphasen kennen. Schau gerne hier:

Moon Phases
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Eine Phase von Neumond zu Neumond dauert ca. 29 Tage. Die 4 Hauptphasen des Mondes sind Neumond, zunehmender Mond, Vollmond und abnehmender Mond. Mondphasen wirken in der Tat auf Frauen und ihren Körper, auch wenn jede Frau das unterschiedlich stark oder möglicherweise auch gar nicht wahrnimmt.

Die Menstruationszyklen von Frauen sind mit den Mondphasen verbunden. Der weibliche Zyklus dauert ähnlich lange wie der des Mondes und ist ein hormonell gesteuerter Kreislauf, der ebenfalls in 4 Phasen abläuft: Menstruationsphase, Follikelphase, Eisprung und Lutealphase. Die fruchtbare Phase ist rund um den Eisprung.

Im idealen Fall läuft der weibliche Zyklus im Takt oder synchron mit dem Mond. Das Einsetzen der Monatsblutung und der Ruhephase wäre bei Neumond. Was für ein schöner Einklang wäre das mit der Natur? Es würde uns Frauen helfen, die Phasen ganz bewusst zu erleben und uns das zu nehmen, was wir in diesen Zeiten brauchen.

„And just like the moon, you shall go through phases of light, of dark, and everything in between. And though you may not always appear with the same brightness, you are always, always whole.“

Anonymous

In der hektischen und schnelllebigen Zeit von heute nehmen wir uns diesen Raum leider nicht mehr oder nur ausgesprochen selten. Allzu häufig sind wir im Missklang mit der Natur oder leben wider die Natur.

Die allererste Regelblutung oder Menarche ist für ein Mädchen ein besonders bedeutender, aufregender und emotionaler Moment, ein Meilenstein, denn ein Mädchen reift zur Frau heran. Wir bezeichnen es als Geschlechtsreife oder Pubertät, denn das Mädchen befindet sich in einem Entwicklungsstadium, das es ihr ermöglicht, sich fortzupflanzen. Meistens findet die erste Periode zwischen dem 10. und 15. Lebensjahr statt. Die Entwicklung vom Mädchen zur Frau ist ein ganz entscheidender Prozess, da ein Mädchen sich nicht nur körperlich verändert, sondern auch psychisch und emotional.

Hier bereits eine verständnis- und liebevolle Frau oder Mutter an der Seite zu wissen, betrachte ich als großen Segen.

Mother & daughter
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Es ist sehr bedauerlich, dass diese erste Regelblutung nicht gefeiert und gewürdigt wird, sondern – genauso wie die Menstruation – zu den Tabuthemen zählt. Das Thema Regelblutung ist in unserer Gesellschaft nach wie vor schambehaftet und tabuisiert. Vorurteile wie Unreinheit wurzeln tief. Das finde ich persönlich absolut entwürdigend und solange dies ein Tabuthema bleibt, brauchen wir über andere Frauenthemen gar nicht reden, denn alles beginnt mit der Frauwerdung.

Die anerzogene Scham gibt uns Frauen das Gefühl, ungenügend oder fehlerhaft zu sein, etwas verstecken oder verheimlichen zu müssen. Dabei gibt es rein gar nichts, wofür sich ein Mädchen oder eine Frau hier schämen müsste. Die weiblichen Zyklen sind ein Abbild der Natur, ein stetiges Werden und Vergehen, ein Aufblühen und ein Verblühen mit der Chance, neues Leben in die Welt zu bringen:

  • Die Menstruation ist ein Loslassprozess. Die Blutung steht für das Ende eines Zyklus, für Rückzug und Inneneinkehr. Es ähnelt dem Winter.
  • Die Follikelphase ist ein Aufblühen. Die Eizellen reifen heran und der Nistplatz wird vorbereitet. Energie und Tatendrang nehmen wieder zu. Es ist die Zeit des Neubeginns, die wir auch als Frühling kennen.
  • Der Eisprung signalisiert den Höhepunkt, die volle Blüte. Reife Eizellen verlassen den Eierstock. Es ist die Zeit großer Fruchtbarkeit und Schöpferkraft: Sommer.
  • Die Lutealphase steht für das Verblühen. Der Körper bereitet sich auf den Abbau des vorbereiteten Nistplatzes vor, die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen. Es ist Zeit für neuerlichen Rückzug und Innenschau: Herbst. Nachdem ungefähr ein Monat vergangen ist, steht wieder ein Winter vor der Tür.

Niemand bildet die Zyklen der Natur besser ab als eine Frau. Es geht um Wachstum, Reife und Erneuerung. In monatlichen Rhythmen bereitet sich der weibliche Körper auf die Befruchtung einer Eizelle und deren Einnistung in die Gebärmutter vor. Die Frau: Hüterin des Lebens. Das ist ein Geschenk und kein Grund für Scham.

Die Menopause bezeichnet die letzte Regelblutung der Frau und das Ende ihrer Fruchtbarkeit. Mit dieser letzten Blutung stellen die Eierstöcke ihre Funktion ein. Es ist ein exakter Zeitpunkt, während die Wechseljahre für den Übergangsprozess stehen. Wechseljahre sind hormonelle Prozesse, die von Beschwerden und körperlichen Veränderungen begleitet sein können. Das Wort „meno“ leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet „Monat“. So ist die Menopause die letzte Monatsblutung einer Frau, auch ein Meilenstein, da ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Manchmal sagen wir auch „zweiter Frühling“ dazu. Auch diesen sollten wir feiern, symbolisiert er doch weibliche Stärke, Weisheit, Freiheit und Unabhängigkeit. Das eigene Wohlbefinden sollte grundsätzlich im Vordergrund stehen, aber mit der Menopause ganz besonders.

Wenn es nach mir ginge, sollten Frauen in all den frauenspezifischen Prozessen eng zusammenstehen, ganz im Sinne der Dreifaltigen Göttin. Nach moderner Vorstellung ist sie eine Gottheit oder Göttin, die in drei verschiedenen Gestalten erscheint. Sie ist Symbol des zunehmenden, vollen und abnehmenden Mondes, was für Jungfrau, Mutter und die alte Weise steht. Der Weisheits- und Erfahrungsschatz der Greisin, der alten Weisen, die bereits auf ein gelebtes Leben zurückblickt, kann eine enorme Bereicherung sein.

Triple Goddess: Maiden, Mother and Crone.
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Was kann ein Mann hier beitragen? Beistand, Mitgefühl und Demut.

Männer erleben zwar auch Wechseljahre, aber nicht vergleichbar mit denen einer Frau. Bei Frauen sinkt der Hormonspiegel von Östrogen und Progesteron rapide, während das Testosteron beim Mann schleichend zurückgeht. Die Zeugungsfähigkeit eines Mannes bleibt bis ins hohe Alter erhalten.

Zurück zur Astrologie:

Planeten im Zeichen Krebs oder überhaupt Krebs/Mond-betonte Menschen unterliegen oft starken Gefühlsschwankungen und Launen.

Der Mond, das Mütterliche und Gefühlsschwankungen stehen in tiefem Zusammenhang. Diese Schwankungen gleichen Ebbe und Flut, die durch die Anziehungskraft des Mondes entstehen. Auch die Gezeiten sind – wie die Mondzyklen oder die Zyklen der Frau – zyklische Rhythmen.

Ist bei Frauen das hormonelle Gleichgewicht gestört, so schlägt sich das auf ihr Gefühlsleben, ihre Stimmung und ihr Wohlbefinden nieder. Weibliche Stimmungswechsel werden oft durch den monatlichen Hormonwechsel ausgelöst. Gerade schwangere Frauen erfahren oft ausgeprägte Stimmungsschwankungen und emotionale Berg- und Talfahrten. Wir nennen es Achterbahn der Gefühle oder Gefühlschaos.

Jede Frau durchläuft die monatlichen Zyklen und diese im Durchschnitt rund 500 Mal in ihrem Leben. Wie es sich für eine Frau anfühlt, durch diese Phasen zu gehen und sie Monat für Monat zu erleben, das weiß nur eine Frau und kein Mann. Hier gilt tatsächlich: Man muss es am eigenen Leib erfahren haben, ansonsten – so meine ganz persönliche Meinung – kann man nicht mitreden. Denn: It’s a woman’s world.

Menstrual cycle
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„We forget that the water cycle and the life cycle are one.“

Jacques Cousteau

Was Männer anbelangt:

Natürlich können sich Männer auch hier Fachwissen aneignen und über ein gewisses Feingefühl verfügen. Was ihnen jedoch fehlt, ist schlichtweg die Erfahrung. Die Erfahrung, wie sich ein Zyklus, eine Schwangerschaft, eine Geburt oder Fehlgeburt, ein unerfüllter Kinderwunsch, eine Abtreibung, Wechseljahresbeschwerden usw. anfühlen. Es geht um Intimsphäre, Vertrauen und Gefühl in jeder Hinsicht.

Ein Pneumologe muss weder Asthma haben noch wissen, wie sich Asthma anfühlt, um ein guter Pneumologe zu sein. Gynäkologe zu sein, besteht nicht nur aus Vorsorgeuntersuchungen, der Behandlung von gynäkologischen Erkrankungen oder Geburtshilfe, also rein wissenschaftlichen Untersuchungen. Vielmehr geht es um die Betreuung der Frau (Mädchen, Mutter, Frau) in allen Lebensphasen und durch die Zyklen hindurch. In einer Frau wirken 3 Prinzipien: Venus (Weiblichkeit), Lilith (das unabhängige Frausein) und die Mondin (Yin, das mütterliche Prinzip). Der weibliche Zyklus steuert das tägliche Wohlbefinden. Kein anderer kann das besser verstehen als jemand, dem es genauso geht. Frauengesundheit ist Frauensache.

Ich bleibe bei der Redewendung „Schuster, bleib bei deinen Leisten.“ Männer dürfen sich gerne um Männergesundheit kümmern in Berufen wie Androloge oder Urologe. Da können sie auf eigene Erfahrung zurückgreifen. Das hat nichts mit Diskriminierung zu tun, sondern mit offensichtlichen Gründen. Man sollte sich immer ins Gedächtnis rufen, dass das Yang-Prinzip ein grundlegend anderes ist als das Yin-Prinzip, auch wenn wir Anteile von beiden haben. Bestimmte Erfahrungen sind biologisch an das weibliche Geschlecht gebunden. Selbiges gilt für das männliche Geschlecht.

Wie willst Du als Mann mitreden und verstehen, wie sich Monatsblutungen anfühlen, wenn Du nie eine hattest? Und wie willst Du wissen, wie sich quälende Unterleibsschmerzen und -krämpfe anfühlen, wenn Du nie welche hattest? Kannst Du wirklich verstehen, wie sich eine Schwangerschaft anfühlt, wenn Dir diese Möglichkeit verwehrt bleibt? Wie willst Du erahnen, wie sich eine Geburt oder Fehlgeburt anfühlt, wenn Du dies körperlich nie selbst erleben kannst oder erleiden musst?

Die Frau, das Yin oder das empfangende, passive Prinzip, symbolisiert durch den Mond (Krebs, 4. Haus), spürt alles innerlich. Der Mann, das Yang oder das schöpferische, aktive Prinzip, symbolisiert durch die Sonne (Löwe, 5. Haus), erlebt es äußerlich. Ein Mann kann einer Frau also ganz wunderbar zur Seite stehen, als Sonne den Mond erhellen, aber eben nur das.

Und auch wenn im vollen Yin ein Körnchen Yang steckt und umgekehrt, weißt Du als Mann am Ende nicht, wie es sich für eine Frau anfühlt. Von daher bleibt Dir „nur“ eine Ahnung davon bzw. die Anteilnahme.

Und übrigens, Herr Doktor: Ein weiblicher Körper produziert ein Leben lang (Geschlechts-)Hormone. Die Frage ist: Wie viel? Es gibt Frauen, die wurden mit 66 oder 67 Jahren auf natürlichem Wege schwanger.

Wenn man der Bibel Glauben schenkt, so gebar Sara, Ehefrau von Abraham, im zarten Alter von 90 Jahren ihren Sohn Isaak.

Was Frauensachen betrifft, das überlasst Ihr Männer getrost uns Frauen: It’s a woman’s world. Auch wenn Ausnahmen die Regel bestätigen mögen, so wünsche ich mir hier eine reine Frauendomäne und vor allem Frauenärztinnen, für die dieser Beruf Berufung ist. Ich wünsche mir Frauenärztinnen, die diesen intimen und sensiblen Beruf mit viel Liebe, Erfahrung, Einfühlungsvermögen, Fürsorge und Hingabe ausüben. Besonders am Herzen läge mir hier die weise Frau.

„Einmal im Leben, zur rechten Zeit, sollte man an Unmögliches geglaubt haben.“

Christa Wolf

Die Frauenheilkunde oder die Lehre der Frau braucht eine Frau und keinen Mann.

„Die Mutter der ganzen Schöpfung ist die universelle Seele, die ohne Anfang und Ende ist und die Quelle der Schönheit und Liebe.“

Khalil Gibran
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Abschließend möchte ich noch einmal auf das englische Wort „man“ zurückkommen. Es kommt eigentlich aus dem Altenglischen, ist geschlechtsneutral und steht für „Mensch“. Das „wo“ aus „woman“ leitet sich vom altenglischen Wort „wif“ (nicht „wife“) ab und bedeutet „Weib“. „Woman“ heißt also wörtlich übersetzt „weiblicher Mensch“.

„Each time a woman stands up for herself, without knowing it possibly, without claiming it, she stands up for all women.“

Maya Angelou

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