Das Element Wasser ist zusammen mit Feuer, Luft und Erde eines der 4 Elemente, aus denen alles Sein besteht. Sie sind die Bausteine des Universums, die Grundlagen allen Lebens.
Von welchem Element fühlst Du Dich am meisten angesprochen? Bei mir ist es das Wasser. Von daher könnte dieser Blog ein wenig ausufern.
Weiterlesen: Element Wasser„Water is the driving force of all nature.“
Leonardo da Vinci
Wasser ist nicht nur die treibende Kraft in der Natur, sondern auch die treibende Kraft des menschlichen Körpers. Ohne Wasser ist unser Körper ohne Funktion.
In diesem Blog geht es jedoch nicht um Biologie, sondern um Astrologie. Während das Element Erde Bezug zum Körper hat, hat das Element Wasser einen Bezug zur Seele. Wie schön.
Let’s dive right into it:
In der Astrologie sind jedem der 4 Elemente 3 Tierkreiszeichen zugeordnet. Zum Element Wasser gehören die Zeichen Krebs, Skorpion und Fische. Das klingt ja schon alles nach Wasser. Oder doch nicht?
Krebs? Ja. Fische? Ja. Aber Skorpion?
Im Tierreich findet sich in der Tat ein Wasserskorpion (Nepa cinerea), der jedoch zu den Wasserwanzen zählt und keinen giftigen Stachel hat. Das Tierkreiszeichen Skorpion verweist auf den zu den Spinnentieren (Arachnida) zählenden Skorpion, der es warm und trocken mag und den berüchtigten Giftstachel am Schwanzende hat. Skorpione sind nachtaktive Tiere. Alle Skorpione sind giftig, manche sind für den Menschen lebensgefährlich. Genau wie die meisten Krebse haben Skorpione Scheren, zur Nahrungsverarbeitung und zur Verteidigung.
An was denkst Du zuerst, wenn Du das Wort „Wasser“ hörst?

Hier einige Gedanken: Leben, Quelle, Quelle des Lebens, Fluss des Lebens, Klarheit, Reinheit, Trinkwasser, Regen, Meer, Frische, Erfrischung, kühles Nass, Durst, Reinigung, Entspannung, Freude, Natur, Heilung, Energiefluss, „Go with the flow“, Klang, H2O.
Die Geschichte des Wassers reicht weit zurück:
„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.“
Die Schöpfung; 1. Mose, 1,1 und 1,2; Lutherbibel 2017
„Wasser ist der Ursprung allen Seins“, sagte der griechische Philosoph Thales von Milet. Wir bezeichnen Wasser als die Quelle allen Lebens. Viele der Schöpfungsmythen beginnen mit Wasser. Das Leben wurde aus Wasser geschöpft. Das Urmeer, das auch als Nichts, Leere, Chaos oder Finsternis bezeichnet wird, als Ursprung der Welt.
„In der Schöpfung greife ich Gott gleichsam mit den Händen.“
Johannes Kepler
Man sagt, Gottes Wort sei wie reines Wasser. Am Anfang war das Wort … und das Wasser. Wasser ist das Urelement, denn ohne Wasser gibt es kein Leben. Für Menschen, Tiere und Pflanzen bedeutet Wasser das Überleben.

„Das Prinzip aller Dinge ist Wasser; aus Wasser ist alles und ins Wasser kehrt alles zurück.“
Thales von Milet
Der Großteil unseres Planeten Erde ist von Wasser bedeckt, weshalb wir die Erde gerne auch als blauen Planeten bezeichnen. Der Anblick vom Weltall aus muss überwältigend sein. Und auch der Mensch besteht größtenteils aus Wasser: ein Neugeborenes (bis zu 80 %) noch mehr als ein Erwachsener (ca. 50 bis 65 %).

„Denn wir leben auf einem blauen Planet
Aus: „Welt der Wunder“, Song von Marteria
Der sich um einen Feuerball dreht
Mit ‘nem Mond der die Meere bewegt
Und du glaubst nicht an Wunder.“
Wasser finden wir in unterschiedlichen Aggregatszuständen: flüssig (Wasser), fest (Eis) und gasförmig (Wasserdampf). Kein anderes Element ist so wandelbar wie Wasser. Es verändert seine Form je nach Temperatur und äußeren Einflüssen. Wenn wir in die Natur schauen, finden wir Wasser als:
- Quelle, heiße Quelle und Geysir
- Rinnsal, Bach, Fluss oder Strom
- Wasserfall
- See
- Meer, Eismeer und Ozean
- Niesel, Regen, Hagel oder Schnee
- Tau und Nebel
- Wolken
- Eiszapfen, Eisberg und gefrorene Gewässer
„Auf der Welt gibt es nichts, was weicher und dünner ist, als Wasser. Doch um Hartes und Starres zu bezwingen, kommt nichts diesem gleich.“
Laozi
Wasser scheint eine Selbstverständlichkeit für uns. Wir denken nicht groß darüber nach, drehen den Hahn auf und es ist da. Was ist, wenn es eines Tages nicht mehr so sein wird?
„When the well is dry, we know the worth of water.“
Benjamin Franklin
Wasser hat viele Farben, ist so bunt wie unsere Phantasie. Die Farbe von Wasser ist eine Frage der Wassermenge. Kleine Mengen wie z. B. Wassertropfen sind eher farblos, größere Mengen machen den Weg für die Lichtstrahlen länger. Grünes und rotes Licht wird absorbiert, blaues Licht wird reflektiert bzw. zurückgeworfen: Der Blaue Planet. Die Farbe des Wassers hängt nicht nur vom Lichteinfall ab, sondern auch von den Inhaltsstoffen (Plankton, Algen, Sedimente etc.) und der Verschmutzung.
Kein anderes Element zeigt sich so facettenreich. Wasser empfinden wir als kalt, warm, klar, trüb, still, tosend, wild, gewaltig, tiefgründig, ausweichend, geheimnisvoll, heilend und bedrohlich. Es sprudelt aus der Erde und fällt vom Himmel. Wasser IST Leben!
Im Gegensatz zum Element Erde können wir das flüssige Wasser weder greifen noch formen. Es rinnt uns durch die Finger. Wasser ist so wenig greifbar wie unser Unterbewusstsein, unsere Psyche, unser Innenleben. Und damit sind wir beim Element Wasser angekommen. Wasser ist nach innen gerichtete, weibliche Energie, also Yin. Nichts symbolisiert dies besser als die Mondin, Regentin des Zeichens Krebs.
In unserem Unterbewusstsein liegen unsere Erinnerungen, Erfahrungen, Eindrücke, Emotionen, Vorstellungen, Gedanken, Wünsche, Hoffnungen und so vieles mehr. Das Unterbewusstsein liegt unter unserem Bewusstsein und ist diesem verborgen. Augustinus von Hippo bezeichnete diesen Bereich als „das Verborgene des Geistes“. Das Unterbewusstsein beeinflusst unser Leben maßgeblich. Es sind Botschaften aus unserem Inneren. Sie sind wie Luftblasen, die im Wasser nach oben steigen. Wenn Dein Bauchgefühl spricht oder Deine Intuition, dann kommt das aus Deinem Inneren. Wenn wir sprechen, dann ist das ein bewusster Vorgang. Wenn wir träumen, dann spricht unser Unterbewusstsein.
„Man kann vieles unbewusst wissen, indem man es nur fühlt aber nicht weiß.“
Fjodor Michailowitsch Dostojewski
Während dem Element Luft die intellektuellen Fähigkeiten zugeordnet sind (Verstand, Intellekt, Logik, Ratio, Scharfsinn), reisen wir mit dem Element Wasser in das Reich des Unterbewusstseins, in die Welt der Emotionen, also alles, was uns bewegt. Das Bewusstsein ragt wie eine Insel aus dem Unterbewusstsein heraus. Die Quelle, der Ursprung, befindet sich ganz unten, analog des tiefsten Punktes im Urhoroskop, dem IC (Imum Coeli). Es ist unser Zuhause und im Urhoroskop der Beginn des Zeichens Krebs. Wir verbinden die Psyche, unser Seelenleben, mit dem Element Wasser.
„Des Menschen Seele
Aus: „Gesang der Geister über den Wassern“; J. W. von Goethe
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muß es,
Ewig wechselnd.“
Das Element Wasser verändert sich fortlaufend, vereint Ruhe und Bewegung in sich. Wir sehen es an Ebbe und Flut. Wasser ruht still wie der See und ist so bewegt wie die stürmische See. Wasser umfließt und überschwemmt. Es versickert und verdunstet. Der Wasserkreislauf ist ein stetiger Erneuerungsprozess. Die Sonne erwärmt das Wasser, das verdunstet und als Wasserdampf aufsteigt, abkühlt, zu Wolken kondensiert und als Regen wieder auf die Erde niederfällt. Und so wie sich das Wasser in einem ewigen Kreislauf bewegt, so ist auch der Kreislauf des Lebens ein ewiges Auf und Ab, ein Kommen und Gehen, ein Werden und Vergehen. Wir dürfen uns dem Fluss des Lebens hingeben und anvertrauen, auch wenn das nicht immer leicht ist. Man kann sich ja so schlecht festhalten.
„Wir steigen in denselben Fluss und doch nicht in denselben, wir sind es und wir sind es nicht.“
Heraklit
Das Unbewusste, für das das Element Wasser steht, finden wir „unter der Wasseroberfläche“. In diesem Unterwasserreich finden wir die Erinnerungen, die tiefe Gefühlswelt, jede Menge Phantasie und Kreativität, Träume und Sehnsüchte, eine große Medialität und Spiritualität und eine starke Verbundenheit. Dieses wundersame Reich ist fernab der Logik.

„I have seen the sea, when it is stormy, and wild; when it is quiet, and serene, when it is dark, and moody. And in all its moods I have seen myself.“
Martin Buxbaum
Mit dem Element Wasser geht es um den großen, bunten Blumenstrauß an Gefühlen, auch um die Achterbahn der Gefühle, das Auf und Ab, die Ebbe und Flut des Lebens – (Lebens-)Krisen mit eingeschlossen, wie wir sie im Zeichen Skorpion finden.
Den Wasser-Zeichen Krebs, Skorpion und Fische ist gemeinsam: Sie sind sehr einfühlsam, emotional, mitfühlend, empfindsam, sensibel, intuitiv und nach innen gekehrt. „Wasser“ möchte sich emotional verbunden fühlen. Das tut jedes einzelne Zeichen auf seine ganz eigene Weise. Krebs ist „nah am Wasser gebaut“ – auch Tränen bestehen aus Wasser –, bei Skorpion gilt „Stille Wasser sind tief“ und Fische fühlt sich wohl, wenn er wie ein Fisch im Wasser sein kann.
„Unsere Taten, unsere Gefühle, unsere Gedanken und unsere Empfindungen kommen aus sich heraus, so wie der Regen fällt und wie das Wasser durch ein Tal fließt.“
Alan Watts
Die Qualität der 3 Wasser-Zeichen ist weiblich, passiv und introvertiert, daher Yin. Nachfolgend ein kurzer Einblick in diese Zeichen:

Das Zeichen Krebs wird von der Mondin regiert. Die Mondin steht auch für die Mutter und verkörpert das nährende Prinzip. Während der Schwangerschaft waren wir lange Zeit mit unserer Mutter verbunden, vielleicht ja die vollen 40 Wochen. Die tiefe emotionale Verbundenheit zur eigenen Mutter zählt zu den stärksten Verbindungen überhaupt, denn sie ist das Tor zum Leben. Mutter und Urvertrauen sind eng miteinander verbunden. Ist die Bindung von Anfang an eng, dann legt das den Grundstein für ein solides Grundvertrauen. Die Mondin steht auch für unsere Bedürfnisse. Als Baby waren das Zuwendung, Körperkontakt, Nähe, (Nest-)Wärme, Geborgenheit, Nahrung und Schlaf. Die Mutter ist die erste Bezugs- und Vertrauensperson, die dem Kind zeigt, dass es geliebt wird. Soweit die Theorie.
„Krebs“ hat eine enge Bindung zu Heim und Familie und ist von großer Fürsorge getragen. Hier findet er Sicherheit. „Krebs“ ist ausgesprochen emotional und launenhaft. Und so wie sich die Mondin fortlaufend in einer anderen Phase befindet, so ist auch die Natur von „Krebs“ ein wenig wechsel- oder launenhaft. Er unterliegt Stimmungsschwankungen.
„Ich will an die Fürsorge denken, die die Natur für die kleinsten Geschöpfe hegt, um mich nie verlassen zu fühlen.“
Friedrich Melchior Grimm
Mit dem Zeichen Skorpion tauchen wir tiefer. Er ist tief- und hintergründig und holt alles an die Oberfläche und nach vorne, was im Verborgenen liegt. Wir können ihn als Tiefseeforscher bezeichnen. „Skorpion“ ist leidenschaftlich und intensiv. Wenn er sich bindet, dann gründlich, voll und ganz, oder anders ausgedrückt, ganz oder gar nicht. Seine eigenen Emotionen hält er gerne unter Verschluss.
Das „Skorpion“-Wasser steht für Transformation und Regeneration, für tiefgreifende Veränderungsprozesse, sogenannte „Stirb- und Werdeprozesse“. Wir gehen gereinigt aus ihnen hervor. Hier spüren wir die Macht des Wassers. Damit fällt auch das Thema Heilung in sein Ressort.
„Im Wasser liegt Heil; es ist das einfachste, wohlfeilste und – recht angewandt – das sicherste Heilmittel.“
Sebastian Kneipp
Fische ist das sensibelste Zeichen von allen. Sein Regent ist Neptun, römischer Gott der Meere. „Fische“ hat die ganz feinen Antennen, die Energien wahrnehmen, die anderen vorenthalten bleiben. Die intuitive Wahrnehmung ist groß. Dazu kommen eine hohe Sensitivität und große Feinfühligkeit. „Fische“ fühlt alles. „Fische“-Geborene oder -Betonte fühlen und empfinden mit, denn sie fühlen sich mit allen und allem verbunden. Ihre Verbundenheit zeigt sich in ihrer Nächstenliebe. So wie die Meere alle miteinander verbunden sind und die Erde umschließen, so steht auch „Fische“ für die Allverbundenheit. Im „Fische“-Reich finden wir alles, was mit „Entgrenzung“ zu tun hat: Phantasie, Träume (verborgene Emotionen), Sehnsüchte, Hoffnungen, Spiritualität und Meditation. „Fische“ taucht ein in den tiefen Ozean, in die unsichtbaren Bereiche des Lebens. Man kann sie als Seelentaucher bezeichnen.
„A calm water is like a still soul.“
Lailah Gifty Akita
Auf unser Unterbewusstsein können wir bewusst Einfluss nehmen durch Meditation, Achtsamkeit, Affirmationen, Hypnose etc. Kennst Du das Sprichwort „Steter Tropfen höhlt den Stein“?
Wasser ist sehr anpassungsfähig. Wenn es kalt ist, gefriert es, wenn es heiß ist, verdampft es, es zwängt sich durch die kleinsten Ritzen, fließt überall hin und bahnt sich seinen Weg. Trifft es auf ein Hindernis, dann weicht es aus.
„As the water shapes itself to the vessel that contains it, so a wise man adapts himself to circumstances.“
Confucius
Wenn man viele Dinge gut kann, dann gibt es immer auch Dinge, die man nicht so gut kann. Hier die Schattenseiten der Wasser-Zeichen:
- Krebs: launisch und leicht kränkbar.
- Skorpion: verschlossen und misstrauisch.
- Fische: unklar und ausweichend. Sie sind wie Fische, die einem aus der Hand gleiten, und auch so ausweichend wie ein Fisch im Wasser.
Mit dem Element Wasser ist das 2. Chakra verbunden, das Sakral-Chakra (Sacral Chakra oder Svadhisthana), das unterhalb des Bauchnabels liegt. Die TCM nennt diesen Bereich unter unserem Nabel auch „Meer der Energie“ oder „Meer des Qi“. Im Daoismus wird dieser Bereich als unteres Dantian bezeichnet.
Es ist unsere Energiequelle, unsere „heilige“ (heilig = sakral) Quelle. Hier finden wir die schöpferische Energie, die kreative Energie des Lebens. Es ist freudige und lebensbejahende Energie, die frei fließen möchte und Ausdruck finden will. Das Sakral-Chakra ist das Zentrum unserer Gefühle und Emotionen, also jede Menge Bewegung. Gefühle sind Ausdruck von Lebendigkeit und genau darum geht es hier. Hier wollen wir unsere Lebensenergie fließen lassen und uns dem Fluss des Lebens anvertrauen.
Dem Sakral-Chakra zugeordnet ist die Mondin. Die Mutter und die Schöpfung, das Kind, einst verbunden über die Nabelschnur, die Lebensader.

„Wenn wir wirklich lebendig sind, ist alles, was wir tun oder spüren, ein Wunder. Achtsamkeit zu üben, bedeutet, zum Leben im gegenwärtigen Augenblick zurückzukehren.“
Thich Nhat Hanh
Wasser ist Leben. Wasser ist ein Lebensspender. Wasser ist ein Lebenselixier. Wie schon gesagt, viele der Schöpfungsmythen beginnen mit Wasser. Der Begriff „schöpfen“ bedeutet „erschaffen“. Wo Wasser hinfließt, regt sich Leben. Leben ist dort, wo Wasser ist. Wasser ist Lebensfreude

Wie gut kannst Du Dich mit dem Element Wasser verbinden?
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