„The strongest principle of growth lies in human choice.“
George Eliot
Dürfen, können, mögen, sollen, wollen oder müssen?
Weiterlesen: I chooseEs sind diese 6 Modalverben, die einen Satz verändern oder „modellieren“, ihm eine eigene Note geben.
Sagen wir beispielsweise „Ich tanze“, dann drückt das eine Tätigkeit oder Betätigung aus, also „tanzen“. Mit einem Modalverb geben wir dem Wort „tanzen“ etwas mehr Form. Ist es erlaubt, kann ich es, gefällt es mir, ist es notwendig usw.?
Ich darf tanzen. Ich kann tanzen. Ich mag es, zu tanzen. Ich soll tanzen. Ich will tanzen. Ich muss tanzen.
Wir finden uns in einem Labyrinth von Möglichkeiten wieder:

Was davon spricht Dich am meisten an?
„It is in your moments of decision that your destiny is shaped.“
Tony Robbins
- „Dürfen“ bringt eine Erlaubnis mit sich.
- „Können“ beinhaltet einerseits die Fähigkeit und zum anderen die Möglichkeit.
- „Mögen“ drückt eine Neigung oder Vorliebe aus oder den Wunsch, etwas zu tun.
- „Sollen“ bekundet eine Verpflichtung oder Erwartung. Was das ist, sagt meist ein anderer.
- „Wollen“ drückt eine eigene Absicht aus.
- „Müssen“ enthält den Zwang oder die Verpflichtung.
Ich vermute, das am häufigsten verwendete Modalverb ist das Wort „müssen“.
Wie oft sagen wir, ich muss noch dieses oder jenes machen, vor allem, wenn es um unseren Alltag geht. Es ist die klassische „To-do-Liste“:
- Ich muss arbeiten gehen.
- Ich muss das Kind zur Schule bringen.
- Ich muss noch Hausaufgaben machen.
- Ich muss einkaufen gehen.
- Ich muss zur Post oder zur Bank.
- Ich muss noch zum Arzt.
- Ich muss Wäsche waschen.
- Ich muss mich sportlich betätigen.
Wie oft sagst Du das Wort „muss“ am Tag?
„Müssen“ bedeutet, einem äußeren Zwang zu erliegen oder sich verpflichtet zu fühlen, etwas zu tun.
„Kein Mensch muß müssen! Man ist niemandem in der Welt etwas schuldig, als sich selber.“
Gotthold Ephraim Lessing
Astrologisch gesehen sind wir mit den Verpflichtungen beim Tierkreiszeichen Steinbock und seinem Herrscher, dem Planeten Saturn. „Die Pflicht ruft“ oder „Ich muss!“.
Wie oft lässt Du Dich „rufen“?
Saturn steht für dieses „muss“ oder „man muss“, für Pflichtbewusstsein, Leistung, Disziplin, Gesetze, Regeln, Vorschriften, Richtlinien, Maßstäbe, Normen und Verantwortung. Saturn ist der vorgegebene Rahmen, in dem wir uns bewegen.
Wo kämen wir denn dahin, ohne Saturn? Das Leben ist kein Wunschkonzert, kein „Wünsch dir was“, kein „Zuckerschlecken“, sondern hart und anstrengend. Saturn bringt die Dinge mit Ausdauer zu Ende.
„Ohne Fleiß kein Preis.“
Redewendung
Saturn steht für die Gesellschaft und in dieser spielen Regeln und Normen eine wesentliche Rolle. Wir brauchen sie für ein geordnetes Miteinander. Dort, wo Menschen aufeinandertreffen, braucht es Spielregeln. Eine Gesellschaft braucht Gesetze, und an die „muss“ man sich halten. Ansonsten drohen: Standpauke, Verweis, Zurechtweisung, Belehrung, erzieherische Maßnahmen, Maßregelung oder Bestrafung. Das sind allesamt Steinbock/Saturn-Begriffe.

Steinbock/Saturn zugeordnet ist das 10. Haus, das Berufs-Haus. Hier geht es um unsere Stellung in der Gesellschaft, um unseren Ruf und unser Ansehen. Stehen in Deinem Horoskop viele Planeten in diesem Haus oder die Sonne, die für den Selbstausdruck steht, dann spielt der Beruf vermutlich eine wichtige Rolle in Deinem Leben. „Karriere machen“ dürfte ein Thema sein.
Für die Erstellung eines Individualhoroskopes braucht es lediglich 3 Dinge: Geburtstag, Geburtszeit und Geburtsort. Wenn Du Deine genaue Geburtszeit nicht kennst, kannst Du diese beim Standesamt erfragen. Zuständig ist das Standesamt des Ortes, an dem Du das Licht der Welt erblickt hast. Hast Du die Daten parat, dann kannst Du hier einen ersten Blick in Dein Horoskop werfen: https://www.astro.com/horoskope
Vielleicht wirst Du ja in Deinem 10. Haus fündig.
„Suche Partner für meine Solokarriere!“
Anke Engelke
Was braucht es, um die Karriereleiter hochzuklettern?

Harte Arbeit, Arbeitseifer, Ausdauer, Ehrgeiz, Disziplin, Leistung, Zielstrebigkeit, Fleiß, Pflichtbewusstsein, manchmal auch Verzicht. Alles Steinbock/Saturn. Das bringt eine gewisse Ernsthaftigkeit mit sich.
Hast Du schon einmal was von der „Saturn-Falte“ gehört? Es sind horizontale Falten oder Furchen auf der Stirn, die man bei manchen Menschen sehr ausgeprägt sieht. Man nennt sie auch „Denkerfalten“. Häufig sind es sehr ernsthafte Menschen. Diese „Saturn-Falten“ entstehen auch durch den Alterungsprozess. Auch das ist Saturn: das Alter und die Reife.
„Manche Leute altern, andere reifen.“
Sean Connery
Steinbock/Saturn möchte nichts geschenkt haben, sondern sich den Status, den Erfolg, selbst erarbeiten und der Leistung wegen anerkannt werden. Um Lorbeeren zu ernten, muss man was leisten. Es ist ein Aufstieg und am Ende des Weges steht der Erfolg, wenn nicht gar die Meisterschaft. Es dauert, was es dauert.
„Erfolg ist eine Treppe, keine Tür.“
Dottie Walters
Unabhängig von „dürfen“, „können“, „mögen“, „sollen“, „wollen“ oder „müssen“, sollten wir immer bewusst und aus uns selbst heraus entscheiden.
I choose …
Ob ich sage „Ich muss mich gesund ernähren“ oder „Ich entscheide mich, mich gesund zu ernähren“, macht einen großen Unterschied im Kopf.
Noch ein Beispiel:
„Loslassen“ ist für viele Menschen ein Thema. Es wirkt anders, ob ich sage „Ich muss loslassen“ (I have to let go) oder „Ich entscheide mich, loszulassen“ (I choose to let go). Ich entscheide.
„Müssen“ hat etwas Auferlegtes. Es fehlt an freiem Willen.
Wenn wir uns bewusst für etwas entscheiden, dann handeln wir selbstbestimmt und eigenverantwortlich. Wir stimmen zu, sagen Ja.
Sicherlich gibt es Dinge, die wir tun „müssen“ im Sinne von „sollten“, weil es eine Notwendigkeit dafür gibt. Im Rahmen eines guten gesellschaftlichen Miteinanders kommt man um Regelungen nicht umhin. Nichtsdestotrotz haben wir immer eine Wahl.
Gleichwohl gibt es jede Menge Dinge, die wir nicht tun müssen. Wir können zu jeder Zeit bewusste Entscheidungen treffen. Was kann uns schlimmstenfalls blühen? Konsequenzen. Und die dürfen wir dann tragen. Konsequenzen tragen bedeutet, Verantwortung übernehmen und für sich selbst einstehen.
„Nichts verschafft mehr Ruhe, als ein gefaßter Entschluss.“
Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord
Niemand zwingt uns, Sport zu treiben. „Nichts muss, alles kann.“ Wenn wir uns aber bewusst dafür entscheiden, dann macht uns Sport freilich mehr Freude. Wir gehen mit einer anderen Einstellung an die Sache ran: selbstbewusster, fokussierter, positiver, achtsamer. Und Freude wiederum schenkt uns ein besseres Lebensgefühl oder gar ein Glücksgefühl.
Bewusstheit schafft Authentizität und authentisch zu leben ist wesentlich für ein erfülltes Leben.
„Ich bin nicht das, was mir passiert ist. Ich bin das, was ich entscheide zu werden.“
Carl Gustav Jung

Wir übernehmen die Kontrolle und Verantwortung für unser eigenes Leben. Und wir führen ein Leben, das unseren Wünschen entspricht und nicht den Vorstellungen der anderen. „To choose“ bedeutet, wir gestalten selbst.
„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“
Aristoteles
Wenn Du das nächste Mal Deinen Satz mit „Ich muss“ beginnst, dann gehe einen Schritt zurück und probiere es doch einmal mit „I choose“.

Entscheide Dich. Jeden Tag aufs Neue.
„Every decision you make reflects your evaluation of who you are.“
Marianne Williamson
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