Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende. Es war ein Venus-Jahr. Die Venus ist die römische Göttin der Liebe und Schönheit. Am Himmel strahlt sie als hellstes Gestirn, als hellster Planet abgesehen von der Sonne, die kein Planet ist, sondern ein Licht. Die Venus erstrahlt mal als Morgenstern und mal als Abendstern, entweder kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang. Sie ist zweifelsohne eine strahlende Schönheit.
Weiterlesen: Der Jahresherrscher„To her perfection all of beauty tends.“
Dante Alighieri
Ab dem 21.12.2025 wandert die Venus für einige Tage durch das galaktische Zentrum, das wir im Sternbild Schütze auf 27° verorten. Das galaktische Zentrum ist das Zentrum der Milchstraße, und in der Milchstraße befindet sich unser Sonnensystem, unsere Heimatgalaxie. Es ist das leuchtende Herz der Milchstraße. Dort schlägt das Herz unserer Galaxie, könnte man sagen. Wenn die Venus, der Planet der Liebe, das Herz unserer Galaxie berührt, dann ist es, als wenn der Himmel unser Herz berührt. Es erfüllt uns mit tiefem Glück und großer Dankbarkeit.
„Deep in our Hearts, the Light of Heaven is shining
Rumi
Upon a soundless Sea without a shore.“
In der Astrologie ist Jupiter der Leitplanet des Tierkreiszeichens Schütze. Mit Schütze/Jupiter verbinden wir großen Optimismus, Hoffnung, Weisheit und ein tiefes Vertrauen ins Leben. Jupiter steht für das große Glück und Venus für das kleine Glück. Wenn die Venus dieses Zentrum betritt, kann sie unser Herz auf ganz besonders schöne Weise ausdehnen und öffnen.

Am 21.12.2025 feiern wir dazu die Wintersonnenwende, die Rückkehr des Lichts. An diesem Tag wandert bzw. wechselt die Sonne in das Tierkreiszeichen Steinbock. Saturn ist der Herrscherplanet dieses Zeichens. Ein perfekter Moment, um das Jahr mit Klarheit und Ruhe abzuschließen. Das Jahr 2025 endet mit all den besagten Konstellationen ausgesprochen lichtvoll. Eine wunderbare Zeit zur Inneneinkehr.
Ich weiß, keiner liest gerne etwas über Gesetze und schon gar nicht zur Weihnachtszeit.

Die hermetischen Gesetze sind die 7 universellen Prinzipien, die erklären, wie das Universum funktioniert. Ich beglücke Dich nicht mit allen 7, aber mit dem wunderbaren hermetischen Gesetz der Entsprechung, das besagt: „Wie oben, so unten; wie innen, so außen; wie im Großen, so im Kleinen.“ Das Universum (Makrokosmos) spiegelt sich im Menschen (Mikrokosmos) wider. Du musst also nicht ins galaktische Zentrum reisen, sondern kannst eine Reise zu Dir selbst unternehmen und das Licht in Deinem Inneren finden.
Das Jahr 2026 ist ein Merkur-Jahr. Als Planet steht Merkur, der kleinste Planet in unserem Sonnensystem, der Sonne noch näher als die schöne Venus. Merkur ist der römische Gott der Reisenden und der Kaufleute. Auch ist er Nachrichtenüberbringer und jeder Mensch hofft auf gute Kunde. Welche gute Nachricht wünschst Du Dir für 2026?
Zur Ermittlung des Jahresherrschers ist die Chaldäische Reihe die gebräuchlichste und traditionellste Methode. Ein Jahr gilt immer ab dem 21.03. und von daher dauert das aktuelle Venus-Jahr noch an.
Der 21. März markiert den Frühlingspunkt im tropischen Tierkreis der Astrologie, den Beginn des Tierkreiszeichens Widder auf 0°. Dieser Punkt ist nicht immer am 21.03., es können auch der 19.03. oder der 20.03. sein. Der Frühlingspunkt entspricht der Frühlings-Tagundnachtgleiche; Tag und Nacht sind gleich lang. Danach werden die Tage immer länger, länger als die Nächte, bis die Sommersonnenwende im Juni den längsten Tag und die kürzeste Nacht markiert.
Die Chaldäische Reihe ist ein Begriff aus der Klassischen oder traditionellen Astrologie, die mit den 7 klassischen Planeten arbeitet, hier gelistet von langsamlaufend bis schnelllaufend:
- Saturn (langsamste Umlaufzeit)
- Jupiter
- Mars
- Sonne
- Venus
- Merkur
- Mond (schnellste Umlaufzeit)
Mehr als diese 7 Planeten kannte man damals nicht. Saturn war der letzte mit bloßem Auge sichtbare Planet und der langsamste. Die Chaldäische Reihe ist eine sich immer wiederholende Reihenfolge der 7 klassischen Planeten, beginnend mit Saturn.
Solltest Du Dich fragen, wo Uranus, Neptun und Pluto abgeblieben sind, dann bedenke, dass diese erst viel später entdeckt wurden. Uranus im Jahr 1781, Neptun im Jahr 1846 und Pluto im Jahr 1930.
Die Chaldäische Reihe stammt von den Chaldäern, die als Einwanderer nach Südmesopotamien (dem heutigen Irak) kamen und späterhin unter König Nabopolassar das Neubabylonische Reich gründeten. Es wurde auch Chaldäerreich genannt. Als König von Babylon regierte Nabopolassar sein Reich von 625–605 v. Chr. Im Anschluss daran regierte sein ältester Sohn Nebukadnezar II. von 605–562 v. Chr. und führte das Reich zu großer Blüte. Babylon wurde zu einer der prächtigsten Städte der Antike. Denke nur an die Hängenden Gärten von Babylon, die aus dieser Zeit datieren. Sie gelten als eines der 7 Weltwunder der Antike. Eine wahre Blütezeit.
Das Neubabylonische Reich endete durch seine Eroberung im Jahr 539 v. Chr. durch Kyros II. bzw. Kyros den Großen, einen bedeutenden persischen König.
Die Chaldäer waren bekannt als Astronomen und Astrologen. Damals unterschied man nicht zwischen Astronomie und Astrologie, denn beide gingen Hand in Hand und waren eine Einheit. Die Chaldäer waren Priesterastronomen und berühmt für ihre umfangreichen Kenntnisse in der Sternenkunde, die damals aus präzisen Himmelsbeobachtungen hervorgingen. Unterstützende Technik oder Technologien gab es keine. Sie waren die Weisen aus dem Morgenland. Es ist ein Geschenk für uns, dass ihre (Er-)Kenntnisse u. a. in die Chaldäische Reihe einflossen und bis heute – wenigstens in Form der Wochentage – überdauert haben.
„Wir erahnen die Unermesslichkeit unserer Unwissenheit, wenn wir die Unermesslichkeit des Sternenhimmels betrachten.“
Karl Popper
Und so lass uns ein Stück weiter in diese Chaldäische Reihe eintauchen:

Planeten können Stunden, Tagen und Jahren zugeordnet werden und über diese „herrschen“. Wir sprechen dann von Stundenherrschern, Tagesherrschern und Jahresherrschern. Den Jahresherrscher kennst Du bereits.
Die sieben Planeten finden auch in den sieben Wochentagen ihre Entsprechung. Nachfolgend findest Du die Tagesherrscher:
- Mond: Montag (engl. Monday)
- Mars: Dienstag (frz. mardi)
- Merkur: Mittwoch (frz. mercredi)
- Jupiter: Donnerstag (frz. jeudi)
- Venus: Freitag (frz. vendredi)
- Saturn: Samstag (frz. samedi oder engl. Saturday)
- Sonne: Sonntag (engl. Sunday)
Die Chaldäische Reihe lässt sich auch in Form eines Heptagramms, eines siebenzackigen Sterns (griech. »hepta« steht für »sieben«), abbilden:

Alle 7 Stunden, 7 Tage oder 7 Jahre wiederholt sich dieser Zyklus. Das nächste Venus-Jahr werden wir also im Jahr 2032 haben, das nächste Merkur-Jahr 2033 usw.
Schau doch einmal, in was für einem Jahr Du geboren wurdest und ob dieser Planet eine besondere Rolle für Dich spielt.
Die Zahl 7 lief uns in diesem Blog schon häufiger über den Weg. Dazu aus meinem Buch Mein Weg zurück zum Ursprung©:
Die Zahl 7 ist eine besonders heilige Zahl. Die Bedeutung der »7« ist Vollständigkeit und Ganzheit. Die Welt wurde in 7 Tagen erschaffen, die vollkommene Schöpfung. Die Zahl 7 setzt sich aus der Zahl 3, dem Göttlichen, und der Zahl 4, dem Weltlichen, zusammen. Sie ist das Symbol der Einheit von Himmel und Erde.
Wusstest Du, dass der Europäische Siebenstern (Lysimachia europaea) eine Pflanze ist? Diese leuchtende Pflanze heißt so, weil sie 7 Blütenblätter und 7 Staubblätter hat. Sie blüht traumhaft weiß:

Und nun zu den Stundenherrschern. Jede Stunde ist einem Planeten zugeordnet. Vielleicht hast Du auf einer Horoskopzeichnung schon einmal die Begriffe „Tag“ und „Stunde“ mit einem zugeordneten Planeten entdeckt. Genau darum geht es. Sind uns Geburts-Tag und Geburts-Zeit bekannt, können wir z. B. sagen: „Dieser Mensch wurde an einem Venus-Tag zur Merkur-Stunde geboren.“
Um den Stundenherrscher ausfindig zu machen, brauchen wir zunächst den Tagesherrscher. Den kennst Du bereits. Dieser Tagesherrscher ist auch Herrscher der ersten Stunde dieses Tages. An einem Dienstag ist der Tagesherrscher der Planet Mars. Er leitet bei Sonnenaufgang die erste Stunde des Tages ein. Dann zählst du die Stunden weiter gemäß der Chaldäischen Reihe (Sonne, Venus, Merkur, Mond, Saturn, Jupiter fortlaufend). Tag und Nacht haben 24 Planetenstunden und gehen von Sonnenaufgang zu Sonnenaufgang. Die erste Stunde beginnt mit dem Sonnenaufgang. Bedenke, dass sich der Zeitpunkt des Sonnenaufgangs im Verlaufe des Jahres ändert und auch vom Standort abhängt.
Der Herrscher von Stunde 25 ist der Herrscher der ersten Stunde des Folgetages. In obigem Beispiel wäre das Merkur (Mittwoch).
In der antiken Astrologie wurde die Zeitspanne von einem Sonnenaufgang zum nächsten in gleiche Teile aufgeteilt bzw. Tag und Nacht in jeweils 12 Stunden. Im Sommer, wenn es länger hell war und die Tage länger waren, konnte eine Planetenstunde länger als 60 Minuten sein und im Winter kürzer. Man sprach von temporalen oder „ungleichen“ Stunden. Die erste Stunde des Tages begann mit Sonnenaufgang und die erste Stunde der Nacht mit Sonnenuntergang.
Die festgelegte bzw. standardisierte 60-Minuten-Stunde oder gleichmäßige Stunde setzte sich erst ab dem späten Mittelalter durch.
Die temporalen Stunden richteten sich nach dem natürlichen Lauf der Sonne und den Jahreszeiten. Es war ein Stück weit mehr im Einklang mit der Natur und eine Anpassung an den natürlichen Tag-und-Nacht-Zyklus.
Am 21.12.25 ist Wintersonnenwende. Es ist der kürzeste Tag und die längste Nacht und der astronomische Winteranfang. Wir feiern die Wiedergeburt des Lichts, die die Rauhnächte einleitet. Ab der Wintersonnenwende werden die Tage allmählich wieder heller, bis zur Frühlings-Tagundnachtgleiche am 20.03.26, wenn Tag und Nacht gleich lang sind.
Genieße diese besondere und heilige Zeit, diesen Moment des Stillstands, bevor alless wieder neu beginnt. Möge das Licht in Dich einkehren und Dein Herz erwärmen.
Das neue Jahr, das kalendarische Neujahr, beginnt ganz offiziell am 01.01.2026. Ich wünsche Dir einen leichten Start.
Bei Merkur, dem Jahresherrscher 2026, geht es um Kommunikation, Sprache, Austausch und Beweglichkeit. Er ist äußerst neugierig, wandelbar und für alles offen. Das Besondere an Merkur ist, dass er sehr sachlich und vorurteilsfrei ist. Er hält sich mit nichts lange auf, womit er sich seine Leichtigkeit und Wendigkeit bewahrt.
Ein licht- und friedvolles Merkur-Jahr 2026 wünsche ich Dir. Denke an die merkurianische Leichtigkeit und Beweglichkeit, wenn die Dinge wieder einmal schwer und starr scheinen.
„Das Licht strahlt nicht, wenn alles erhellt ist, es sticht nur in der Dunkelheit hervor.“
Erich Maria Remarque

Featured Image (Saturn planet in deep space): Standard Bildlizenz depositphotos

